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SNack Altbekannt und aufgefrischt
Thema Specials Spezial SNack Altbekannt und aufgefrischt
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08:21 23.11.2018
Die Jury, bestehend aus 21 Mitgliedern, darunter Journalisten und Blogger, kürt das Jugendwort. „Ehrenfrau“ und „Ehrenmann“ haben sich gegen zahlreiche andere Wörter durchgesetzt. Quelle: dpa, kil
Stadthagen/München

„Jemand, der etwas Besonderes für einen anderen tut“, erklärt eine Mitarbeiterin des Langenscheidt-Verlags bei der Bekanntgabe des Wortes in München.

„Das ist endlich mal etwas, das man auch kennt und benutzt“, findet Fabienne Völkening, Zwölftklässlerin des Wilhelm-Busch-Gymnasiums (WBG) Stadthagen. Ihre Schulkolleginnen Nele Dahms und Merve Korkmaz weisen zudem auf die sarkastische Bedeutung des Wortes hin. „Ehrenmann“ und „Ehrenfrau“ können nämlich auch spaßhaft verwendet werden.

Anders als in den Jahren zuvor ist das Jugendwort dieses Jahr weder besonders erklärungsbedürftig noch total unbekannt. Er höre das Wort ständig, durch alle Bevölkerungs- und Gesellschaftsschichten hinweg, berichtet Jurymitglied Jeremy Jahn, Polizeikommissar in Berlin-Kreuzberg.

Kein Hauptstadt-Phänomen, bestätigt der Nürnberger Matthias Weingärtner, Generalsekretär der Bundesschülerkonferenz: Es sei nichts Ungewöhnliches, „Ehrenmann“ oder „Ehrenfrau“ auf Deutschlands Pausenhöfen zu hören.

Lange Zeit nicht benutzt

Die Jugendsprache habe das Wort entstaubt, sagt Literaturwissenschaftler und Jury-Mitglied Oliver Bach. In den vergangenen 100 Jahren sei es so gut wie nicht benutzt worden. Davor hätten es zudem nur höhere Gesellschaftsschichten verwendet, und auch nur auf den Mann beschränkt. Meist ging es um finanzielles Ansehen und Tugendhaftigkeit im militärischen Bereich. Heute sei das anders: Zum einen werde es in jeder Bevölkerungsschicht verwendet, zum anderen auch auf die Frau ausgeweitet.

Die Auswahl zeige die gesellschaftliche Entwicklung, erklärt Jurorin und Rhetoriktrainerin Carolin Sabath. Dass ein Wort für beide Geschlechter gewählt wurde, sei ein schöner erster Schritt, selbst wenn das dritte Geschlecht noch fehle. Sie und Literaturwissenschaftler Bach würden sich nicht wundern, wenn bald von einem „Ehrenmenschen“ gesprochen wird.

„Es passt sehr in die aktuelle Debatte“, sagt auch Frauke Rüdebusch von der Gesellschaft für deutsche Sprache in Wiesbaden. Sie sieht es positiv, dass nicht nur „Ehrenmann“ auserkoren wurde. „Eigentlich sehen wir das aber auch als selbstverständlich an“, so die Sprachwissenschaftlerin. Sie begrüßt das diesjährige Jugendwort: Es sei anders als in den vergangenen Jahren und: positiv. „Einfach ein Wort, bei dem man es sich gut vorstellen kann, dass es auch in der Alltagssprache verwendet wird“.

Der Wahl – einer Werbeaktion des Langenscheidt-Verlags – war eine unverbindliche Online-Abstimmung vorangegangen. Eine Jury aus 21 Kennern musste sich für eines der zehn beliebtesten Wörter aus dem Voting entscheiden. dpa, asm