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Spätlese Der Macher des Ziegelei-Museums
Thema Specials Spezial Spätlese Der Macher des Ziegelei-Museums
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00:24 19.03.2018
Das Firmengelände der ehemaligen Dampfziegelei Eli Philippsohn mit der direkt anliegenden Tongrube und dem 42 Meter hohen Schornstein auf einem Luftbild aus dem Jahr 1953.
Das Firmengelände der ehemaligen Dampfziegelei Eli Philippsohn mit der direkt anliegenden Tongrube und dem 42 Meter hohen Schornstein auf einem Luftbild aus dem Jahr 1953. Quelle: pr.
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Der Großvater war Bergmann im Georgschacht Beckedorf. Klaus Meyer ging von der vierten bis zur achten Klasse in Ottensen bis 1954 zur Schule.

Drei Grundstücke vom Wohnhaus entfernt befand sich die Ziegelei. Dort spielten die Jungen aus dem Dorf gern. „Doch wenn Heinrich Bünte meine Spielkameraden und mich dabei erwischte, jagte er uns mit einer Latte vom Gelände. Zu meinen Freunden gehörte aber auch Rolf, Enkel vom Ziegeleibesitzer Oskar Philippsohn.“

Viele Ziegeleien gesehen

Bei der Firma Dreyer, Rosenkranz & Droop, die in Hannover Dampfmaschinen und Kessel baute, kam Meyer in die Lehre und nach dreieinhalb Jahren war er Feinmechaniker-Geselle. Nach zwölf Monaten bei der Bundeswehr holte er in Hannover die Mittlere Reife nach.

Anschließend besuchte er die Ingenieurschule im Fach Maschinenbau. Nach 15 Jahren Arbeit bei der Firma Festo Pneumatik in Esslingen, bei der er viel herumgekommen und viele Ziegeleien gesehen hatte, machte Meyer sich in Ottensen mit einer Maschinenbau-Firma für Problemlösungen selbstständig. Heute leitet sein Sohn Stefan die Firma.

„Ich stolperte dann über einen Zeitungsartikel in den Schaumburger Nachrichten, in dem Handwerk vorgestellt wurde“, berichtet Meyer. Dadurch erhielt er Kontakt zu Gunter Ludewig, der das Bergbaumuseum in Lindhorst leitet.

Da Meier schon viele Unterlagen und Exponate über die Ziegelei Ottensen zusammengetragen hatte, kam es zu einer ersten Sonderausstellung im Gümmerschen Hof, die erfreulicherweise gut besucht wurde. Das verstärkte bei Meyer das Interesse, ein separates Ziegelei-Museum zu gründen.

Gruppenführungen möglich

Das ist ihm gelungen. Seit 2016 kann man die Dauerausstellung in Lindhorst im historischen Hof Gümmer in der ersten Etage neben dem Bergbaumuseum besuchen. Es ist auch mit einem Fahrstuhl zu erreichen und jeden ersten Sonntag im Monat von 12 bis 18 Uhr geöffnet. Gruppenführungen und Vorträge sind nach Vereinbarung möglich.

Die Ausstellung beinhaltet ein wichtiges Stück Industriegeschichte im heutigen Landkreis Schaumburg, denn die Produktion von Ziegelsteinen war die Voraussetzung für das rasante Wachstum der Städte und Fabriken im 19. Jahrhundert. Das alles ist Geschichte und hinterließ Spuren bis heute. Eine kleine Auswahl unterschiedlicher Erinnerungsstücke ist in der Ausstellung zu betrachten.

Exponate willkommen

Dabei handelt es sich zum Beispiel um Objekte, die in Familien ehemaliger Ziegler bis heute in Ehren gehalten werden und an die eher schweren Zeiten erinnern.

Die Ausstellung gewährt seinen Besuchern an einem maßstabsgerechten Modell Einblicke in die Arbeits- und Produktionsabläufe einer Dampfziegelei aus den fünfziger Jahren und vieles mehr. Zuletzt wurde die Ziegelei von Rolf Philippsohn geführt – bis sie geschlossen wurde. Später diente die Grube erst dem Volkswagenwerk und anschließend dem Landkreis Schaumburg als Deponie.

Meyer würde sich freuen, wenn ihm aus der Bevölkerung weitere Fotos oder andere Materialien, die zu der ehemaligen Ottenser Ziegelei Bezug haben, auch leihweise zur Verfügung gestellt würden.

Kontakt: Klaus Meyer, Schaumburger Straße 12, Lindhorst-Ottensen, Telefon (05725) 7010303, E-Mail: klaus.Meyer@meyer-maschinenbau.de, www.Bergbaumuseumlindhorst-jimdo.com.