Neue Grünen-Landesvorsitzende

Anne Kura will den offenen Streit

Gehört eher zu den Linken: Die neue Grünen-Landeschefin Anne Kura.

Gehört eher zu den Linken: Die neue Grünen-Landeschefin Anne Kura.

Oldenburg. „Ich freue mich und habe richtig Lust“, sagt Anne Kura nach ihrer Wahl zur neuen Landesvorsitzenden der Grünen. Sie hatte es leicht, denn die Kandidatur der 33-Jährigen als Nachfolgerin der Landtagsabgeordneten Meta Janssen-Kucz war in der 7000-Mitglieder starken Partei unumstritten. 91,5 Prozent der Delegierten beim Parteitag in Oldenburg stimmten für Kura, die schon einige Jahre im Parteirat mitgearbeitet hat.

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Sie wird innerhalb ihrer Partei zu den Linken gerechnet – wobei nicht ganz klar ist, was bei den Grünen eigentlich „links“ ist. Dass man etwa in der Dieselabgasdebatte wesentlich konsequenter die Autoindustrie in Haftung nehmen will als etwa die in Niedersachsen herrschenden Sozialdemokraten, ist bei den Grünen Allgemeingut. Dass sie den regierenden Landesvater Stephan Weil (SPD) weniger als „sturmfest und erdverwachsen“, sondern als „fossil und feige“ charakterisiert, ist in der Sprache zumindest frisch.

Kura nimmt für sich in Anspruch, eine unerschütterliche Optimistin zu sein und vermittelt einen zupackenden Eindruck. Ihre Sprache verrät noch ein wenig die ostwestfälische Herkunft. Sie stammt aus Bünde, das unweit der Landesgrenze zu Niedersachsen liegt. In die Grünen eingetreten ist sie als Studentin in Osnabrück, wo sie einen Master in Europäischen Studien erwarb („So eine Art Sozialwissenschaft mit Bezug auf die EU“).

Im Zuge ihres Studiums hat sie ein Jahr in Maastricht verbracht, wo sie etwas niederländisch lernte, englisch und französisch kann sie ohnehin. Grün sozialisiert war sie schon vom Elternhaus, ihr Vater, ein Lehrer, ist für die Grünen in der Kommunalpolitik aktiv – man teilt gemeinsame Werte.

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Mehr Optimismus gefragt

Dass man sich in die Gesellschaft einbringt und frei seine Meinung äußert, findet Kura ganz normal. Mehr freien (und nicht verdeckten) Meinungsstreit wünscht sie sich auch in der eigenen Partei, wie sie bei ihrer Bewerbungsrede kundtat. Da würden Meinungsäußerungen doch zuweilen zu sehr mit Machtfragen vermischt  (was die Grünen mit den anderen Parteien teilen).

Ein Grund für ihren Optimismus war ein frühes Erfolgserlebnis in der Osnabrücker Kommunalpolitik. Gemeinsam mit den anderen kleinen Parteien, wozu in diesem Fall die FDP und die Linken zählten, habe man nach jahrelangen Diskussionen gemeinsam mit einer Bürgerinitiative die sogenannte Westumgehung gestoppt, die ursprünglich SPD und CDU wollten. So etwas beflügelt. Mehr Optimismus wünscht sie sich auch von der eigenen Partei, die sie immer noch als Avantgarde betrachtet.

Für den bezahlten Job an der Parteispitze wird Kura ihren Referentenjob in der Landtagsfraktion aufgeben. Ihr dürfte es neben ihrem männlichen Widerpart Stefan Körner leicht fallen, eigenes Profil zu entwickeln. So erging es auch Kuras Vorgängerin, der Ostfriesin Meta Janssen-Kucz, die auf dem Oldenburger Parteitag mit großem Beifall verabschiedet wurde. Janssen-Kucz sei eine Frau, „die steht und versteht“, meinte die ehemalige Landesjustizministerin Antje Niewisch-Lennartz.

Von Michael B. Berger

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