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Verspätungen und Ausfälle

Bahn soll sturmfester werden

Ein Beispiel von mehreren: Eine Birke ist bei Wunstorf auf die Gleise gestürzt.

Ein Beispiel von mehreren: Eine Birke ist bei Wunstorf auf die Gleise gestürzt.

Hannover. In diesem Jahr hat es schon die ICE-Strecke zwischen Hannover und Hamburg erwischt, die Trasse nach Bremen und die S-Bahn-Verbindung Hannover-Minden: Umgestürzte Bäume blockierten dort den Zugverkehr. Die Aufräumarbeiten nach den Stürmen dauern in der Regel lange, besonders dann, wenn die Bäume auch noch in die Oberleitung gefallen sind. Die Folge: Umleitungen, Verspätungen, Ausfälle.

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Das Land Niedersachsen und die Deutsche Bahn wollen den Zugverkehr jetzt sturmfester machen – mit einem Leitfaden zur Planung von Grünarbeiten an Bahnanlagen. „Der Leitfaden wird dazu beitragen, die Zusammenarbeit zwischen der Bahn und den Naturschutz- und Waldbehörden zu optimieren und Pflegearbeiten zügig und rechtssicher durchführen zu können“, sagt Umweltminister Olaf Lies (SPD).

Streit zwischen Bahn und Waldbesitzern

Nicht immer sind sich Bahn und Waldbesitzer einig: Das zeigte ein Vorfall aus dem vergangenen Jahr im Hämeler Wald bei Lehrte, durch den sowohl Fernzüge von Hannover nach Berlin als auch Regionalbahnen Richtung Braunschweig fahren. Nachdem zwei Eichen in die Oberleitung gekracht waren, markierte die Bahn Bäume, die sie ebenfalls für labil hielt. Förster und Waldbesitzer sahen das jedoch anders. Daraufhin drohte die Bahn damit, die Strecke im Wald immer dann komplett zu sperren, wenn es stärker als Windstärke acht bläst.

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Hintere Bäume fallen auf Schienen

Grundsätzlich gilt im Bundesgebiet die Schneisenregelung. Auf sechs Metern Breite längs der Gleise werden Bäume und Sträucher entweder entfernt oder regelmäßig zurückgeschnitten. Allerdings sind es oft große Bäume aus dem Bereich dahinter, die die Streckenblockaden verursachen. Diese einfach vorbeugend abzuholzen, ist nicht so einfach: Naturschutz-, Wald- und Eisenbahnrecht müssen unter einen Hut gebracht werden, dazu kommen noch landesspezifische Regelungen.

Der Leitfaden ist deshalb auch keine Fällanleitung, sondern eher eine Anleitung dafür, sich im Dickicht der Rechtsgrundlagen zu orientieren. „Er liefert Antworten auf Fragen zur Planung, Ausführung, Abnahme und Sofortmaßnahmen“, teilt die Bahn mit. Beschrieben werde die systematische Zusammenarbeit zwischen den Naturschutz- und Waldbehörden und der Bahn in den gegebenenfalls erforderlichen Antrags- und Genehmigungsverfahren.

Von Bernd Haase

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