Hildesheim

Bistum kündigt Lehrer wegen sexuellen Missbrauchs

„Riesiger Schock für das ganze Kollegium“: Die Leiterin der Marienschule verspricht Hilfe für die betroffene Schülerin und ihre Familie.

„Riesiger Schock für das ganze Kollegium“: Die Leiterin der Marienschule verspricht Hilfe für die betroffene Schülerin und ihre Familie.

Hildesheim. Nach einem mutmaßlichen Missbrauchsfall an dem katholischen Gymnasium Marienschule hat das Bistum Hildesheim einen Lehrer fristlos entlassen. Der Pädagoge soll sich an einer Schülerin vergangen haben. Das Bistum hat Strafanzeige erstattet, die Staatsanwaltschaft ermittelt. Bischof Norbert Trelle zeigte sich „schockiert und bestürzt“.

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Die Eltern der Schülerin hatten die Schulleitung in der vergangenen Woche informiert, nachdem ihre Tochter sich ihnen offenbart hatte. Der Leiter der Hauptabteilung Bildung des Bistums Hildesheim, Jörg-Dieter Wächter, lud den Lehrer nach Angaben des Bistums „unverzüglich“ zum Gespräch vor. Bei diesem Treffen räumte der Pädagoge demnach ein, „sexuell übergriffig geworden zu sein“.

Das Bistum reagierte mit einer sofortigen Suspendierung vom Unterricht, einer fristlosen Entlassung und einem Hausverbot für die Marienschule. Zudem zeigte es den Mann wegen sexuellen Missbrauchs an. „Das sind die festgelegten Schritte in so einem Fall“, erklärt Bistums-Sprecher Volker Bauerfeld. Anhand der Schilderungen der Eltern und des Lehrers sei man zu der Überzeugung gelangt, dass es sich um einen Missbrauchsfall handele.

Die Staatsanwaltschaft Hildesheim bestätigte den Eingang der Anzeige. „Wir ermitteln wegen des Anfangsverdachts des sexuellen Missbrauchs Schutzbefohlener“, erklärte Sprecherin Christina Pannek.

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"Ein Fall ist schon zu viel"

Was an der Marienschule genau passiert ist, ist noch unklar. Das Bistum betont, zum Schutz der Persönlichkeitsrechte keine weiteren Angaben zu machen - auch nicht dazu, welche Fächer der Lehrer unterrichtete oder wie lange er an der Schule war. Bekannt ist nur, dass die Schülerin nicht die fünfte oder sechste Klasse besucht und wahrscheinlich zwischen 14 und 17 Jahren alt ist. Auch die Anzeige ist laut Staatsanwaltschaft vage gehalten: „Dort steht nicht drin, was, wie oder wo und wie oft passiert sein soll“, sagt Sprecherin Pannek.

Die Frage, ob es einen oder mehrere Fälle gegeben hat, ist für das Bistum auch nicht entscheidend: „Ein Fall ist schon zu viel. Ob es nun ein Fall war oder mehrere - wir hätten in jedem Fall mit Kündigung und Strafanzeige reagiert“, betont Sprecher Bauerfeld. Was genau passiert sei, müssten ohnehin die Ermittlungsbehörden klären. Gestern war die Akte auf dem Weg von der Staatsanwaltschaft zur Polizei. Bislang gab es keine Befragungen, der Lehrer sitzt auch nicht in Untersuchungshaft.

Schulleiterin Eva-Maria Schleich sprach von einem „riesigen Schock für das ganze Kollegium“ und versprach: „Wir werden der Schülerin und ihrer Familie helfen, wo wir nur können.“ Das Bistum denkt dabei vor allem an „psychologische und seelsorgerische Betreuung“, will sich aber in erster Linie nach den Bedürfnissen der Betroffenen richten. Schulleiterin Schleich geht davon aus, dass der Fall Schüler, Eltern und Lehrer noch lange beschäftigt: „Mit so einem Vertrauensbruch wird das Miteinander der Schulgemeinschaft stark belastet.“

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