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Lieblingsorte

Hörsaal und Atommülllager: Katzen mögen ungewöhnliche Orte

Die Katze "Konrad" lebt am Schacht Konrad. Sie streunert über das Gelände und wird von den Mitarbeitern mit Futter versorgt.

Die Katze "Konrad" lebt am Schacht Konrad. Sie streunert über das Gelände und wird von den Mitarbeitern mit Futter versorgt.

Hannover. Fräulein Sinner geht nun in ihr 34. Semester an der Universität Hildesheim und ist dort nicht als Langzeitstudentin, sondern als Unikatze bekannt. „Eine Verwaltungsmitarbeiterin hatte im Januar 2002 die abgemagerte Katze gefunden, als sie sich an einem Luftschacht der Universitätsbibliothek wärmte“, erzählt Isa Lange, Sprecherin der Uni. Die Katze privat oder im Tierheim unterzubringen, klappte nicht: Fräulein Sinner kehrte immer wieder auf den Campus zurück.

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Seitdem kümmern sich Generationen von Studenten, Mitarbeiter und Wissenschaftler um die getigerte Katze, die durch Hörsäle und Unigänge streunt. Ihr Nickerchen macht die Campuskatze nicht auf einem harten Sitz im Audimax, sondern auf einem gepolsterten Bürostuhl vor einem Hörsaal. Sie gehört schon fast zum Inventar. Über ihr hängt ein Zettel mit „Fakten zur Unikatze“ und dem liebevollen Hinweis „Sie ist sehr alt, machen wir ihre letzten Jahre so schön wie es eben geht“. Probleme bereitet der Unikatze derzeit ein schwarzer Kater, der ihr das Terrain streitig machen will. Seitdem wird per Schild darum gebeten, nur noch der Unikatze die Türen aufzuhalten, aber nicht dem schwarzen Kater.

Die Schachtkatze heißt Konrad

Deutlich jünger, aber nicht weniger neugierig zeigt sich die Schachtkatze Konrad, die - wie ihr Name schon verrät - am Schacht Konrad bei Salzgitter zuhause ist. Die Katze beobachtet hier seit einiger Zeit nichtsahnend, wie aus dem alten Erzbergwerk das erste nach Atomrecht genehmigte Endlager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle entsteht. Das Gelände ist gut bewacht: Handwerker, Mitarbeiter und Besucher werden an der Pforte kontrolliert. Nur Konrad huscht immer ohne Kontrolle auf das Gelände. Die Katze weiß genau, bei welchen Mitarbeitern es regelmäßig etwas zu holen gibt. Die Schachtkatze bleibt dabei aber über Tage und genießt unter dem Förderturm gerne die Sonne.

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Dass Katzen an ungewöhnlichen Orten unbeschadet alt werden können, hat Plutonium bewiesen. Am maroden Atommüllager Asse bei Remlingen im Landkreis Wolfenbüttel hat die Schachtkatze - ähnliche wie Kollege Konrad - einiges erlebt, ehe sie vor zwei Jahren starb. „Sie ist 22 Jahre alt geworden“, berichtet ein Sprecher der Bundesgesellschaft für Endlagerung. Die Todesursache: Keine Strahlung - wie Atomgegner unken würden -, sondern schlichtweg Altersschwäche.

Von lni/RND

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