Neue Einrichtung in Meppen

Mehr Plätze für Sicherungsverwahrte in Niedersachsen

Die zentrale Unterbringung für Sicherungsverwahrte auf dem Gelände der Justizvollzugsanstalt Rosdorf bei Göttingen – hier reichen die Kapazitäten nicht mehr aus.

Die zentrale Unterbringung für Sicherungsverwahrte auf dem Gelände der Justizvollzugsanstalt Rosdorf bei Göttingen – hier reichen die Kapazitäten nicht mehr aus.

Meppen. Als Niedersachsen im Jahr 2013 seine neue zentrale Einrichtung für rückfallgefährdete Schwerverbrecher einweihte, gab es landesweit 37 Sicherungsverwahrte. Doch weil die Zahl der Verwahrten langsam, aber stetig steigt, reicht die Kapazität des Neubaus auf dem Gelände der Justizvollzugsanstalt Rosdorf bei Göttingen nicht aus. Deshalb ließ das Justizministerium in der JVA Meppen eine weitere Abteilung für Sicherungsverwahrte errichten. An diesem Montag wird sie eröffnet.

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Zwei Millionen Euro für neue Abteilung in Meppen

Nach Angaben des Justizministeriums befinden sich in Niedersachsen derzeit 52 Menschen im Sicherungsgewahrsam. 43 davon sind in der bisher einzigen zentralen Einrichtung in Rosdorf untergebracht. Neun weitere Personen befinden sich in sozialtherapeutischen Abteilungen anderer niedersächsischer Justizvollzugsanstalten.

Die neue Abteilung in Meppen, deren Bau rund zwei Millionen Euro gekostet hat, biete zehn Sicherungsverwahrten Platz, sagte ein Sprecher des Justizministeriums. Damit gibt es dann wieder genügend solcher Unterbringungsmöglichkeiten in Niedersachsen.

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Sicherungsverwahrte müssen besser untergebracht sein als Strafgefangene

In Sicherungsverwahrung kommen Menschen, die nach langjähriger Haft wegen Mordes oder Sexualdelikten weiter als gefährlich gelten. Wenn Gerichte der Ansicht sind, dass weitere schwere Straftaten von ihnen zu erwarten sind, werden sie nicht in die Freiheit entlassen.

Für diese Personengruppe war die Abteilung in Rosdorf im Jahr 2013 als bundesweit erster Neubau für Sicherungsverwahrte eröffnet worden. Der 12,5 Millionen Euro teure Bau war nach einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts erforderlich geworden. Danach müssen Sicherungsverwahrte besser untergebracht sein als Strafgefangene. Deshalb haben die Verwahrten den gerichtlichen Vorgaben zufolge ein 23-Quadratmeter-Appartment für sich allein zur Verfügung. Es hat zwei Zimmer und ein Duschbad. Gefängniszellen sind dagegen nur neun Quadratmeter groß.

Psychiatrische und sozialtherapeutische Behandlungen

Die neuen Plätze in Meppen sind von ähnlicher Größe. Sie sind vor allem für ältere und in ihrer Mobilität eingeschränkte Verwahrte vorgesehen. Die Räume sind deshalb barrierefrei und zum Teil sogar rollstuhlgerecht ausgebaut. Wie in Rosdorf ist der Bereich der Sicherungsverwahrten auch in Meppen von den anderen JVA-Abteilungen getrennt.

Hauptziel der Sicherungsverwahrung ist es zwar, die Allgemeinheit zu schützen. Doch die Verwahrten sollen laut Justizministerium auch psychiatrische oder sozialtherapeutische Behandlungen bekommen. Nur im Fall einer erfolgreichen Behandlung besteht die Aussicht, dass die Maßregel zur Bewährung ausgesetzt oder sogar ganz aufgehoben wird.

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Von RND/dpa

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