Heutiger Antrag aus Niedersachsen

Vorstoß gegen Vorkasse für Flugtickets – Reaktion auf tausende Flugabsagen

Nach der Air Berlin-Pleite und in der Corona-Krise hatten Verbraucher Probleme, ihre vorab geleisteten Zahlungen erstattet zu bekommen.

Nach der Air Berlin-Pleite und in der Corona-Krise hatten Verbraucher Probleme, ihre vorab geleisteten Zahlungen erstattet zu bekommen.

Hannover. Mit einer Initiative im Bundesrat will das Land Niedersachsen das Prinzip der Vorkasse bei Flugreisen zu Fall bringen. Passagiere sollten künftig den Ticketpreis erst beim Check-In und nicht schon Monate vor dem Abflug entrichten müssen, wie die SPD/CDU-Landesregierung in ihrem Antrag zur Bundesratssitzung an diesem Freitag ausführt. Aktueller Anlass des Vorstoßes sind demnach Tausende Flugabsagen in diesem Sommer, die zu erheblichen Schwierigkeiten bei den Reisenden führen könnten. Auch nach der Air Berlin-Pleite und in der Corona-Krise hatten Verbraucher Probleme, ihre vorab geleisteten Zahlungen erstattet zu bekommen.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Positive Effekte für das Klima

Die Luftverkehrsindustrie lehnt die auch von Verbraucherschützern verlangte Abkehr von der Vorkasse ab. Der Branchenverband BDL verweist unter anderem auf die international üblichen Abrechnungsverfahren. Mit dem vorab eingenommenen Geld erreichten die Fluggesellschaften eine größere Planungssicherheit und könnten die Flugzeuge optimal auslasten, was auch positiv für das Klima ist. Die Kunden könnten zudem über Frühbucherrabatte profitieren. Die Lufthansa hat beteuert, nahezu alle Erstattungsansprüche innerhalb der gesetzlichen Frist von sieben Tagen zu erfüllen.

Airlines von bisherigem System begünstigt

„Flugausfälle, auf die Reisende keinerlei Einfluss haben, dürfen nicht zu einem zusätzlichen Aufwand für die Betroffenen führen. Die bisherige Situation begünstigt einseitig die Airlines“, sagte Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) der Deutschen Presse-Agentur. Ein Vorkasseverbot werde das bisherige System der Preisfindung nicht beeinträchtigen. „Keine Gesellschaft muss fürchten, dass Reisende nach einer frühen Buchung nicht am Flughafen erscheinen. Denn ein Vorkasseverbot verpflichtet die Reisenden natürlich trotzdem dazu, die gebuchten Tickets zu bezahlen.“

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Antrag wird heute vorgestellt

Das bisherige System hat der Bundesgerichtshof zuletzt 2016 für rechtens erklärt. Die Bundesrichter verwiesen auf die EU-Fluggastverordnung, die Verbraucher ausreichend schütze. Mögliche Zinsnachteile der Kunden würden regelmäßig durch Preisvorteile bei frühen Buchungen ausgeglichen.

Lesen Sie auch

Mit dem Antrag, der an diesem Freitag vorgestellt werden soll, will Niedersachsen eine Entschließung der Länderkammer erreichen, mit der dann die Bundesregierung zum Handeln aufgefordert würde. Es ist vorgesehen, den Antrag ohne Abstimmung zur weiteren Beratung in die Fachausschüsse zu verweisen.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Von RND/dpa

Mehr aus Der Norden

 
 
 
 
 
Anzeige
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Letzte Meldungen

 
 
 
 
 
 
 
 
 

Spiele entdecken