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Sicherheit am Arbeitsplatz

Niedersachsens Arbeitgeber halten Corona-Testpflicht für unnötig

Eine Testpflicht am Arbeitsplatz lehnt der Unternehmerverband Niedersachsenmetall ab.

Eine Testpflicht am Arbeitsplatz lehnt der Unternehmerverband Niedersachsenmetall ab.

Hannover. Der Unternehmerverband Niedersachsenmetall lehnt eine Corona-Testpflicht am Arbeitsplatz ab. Eine branchenübergreifende Umfrage des Verbands zeige, dass viele Unternehmen schon heute erheblich freiwillig in den Infektionsschutz investierten. „Ihnen jetzt eine Testpflicht aufzuerlegen, käme einer Missachtung der bisherigen Anstrengungen gleich und könnte als tiefsitzendes Misstrauen der Politik gegenüber der Wirtschaft gewertet werden“, sagte Hauptgeschäftsführer Volker Schmidt der Deutschen Presse-Agentur.

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Eine Pflicht zum Testen mache es den Unternehmen nicht leichter, sondern schwerer, weil damit eine Menge Bürokratie verbunden sei. „Von staatlicher Seite hat es unserer Kenntnis nach bisher kein substanzielles Angebot gegeben, den Firmen für diese Leistungen finanziell unter die Arme greifen zu wollen.“ Unklar sei zum Beispiel, ob Unternehmen haften müssen, wenn sie nicht ausreichend Tests beschaffen können. Eine Testpflicht münde nicht in mehr Sicherheit für Mitarbeiter und Kunden, sondern nähre eine Regelungswut der Politik.

Stephan Weil lehnt Testpflicht ab

Geht es nach Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil, ist die Sorge der Wirtschaft unbegründet, denn auch der SPD-Politiker lehnt eine Testpflicht ab. Die Arbeitgeber hätten ihm zugesichert, dass es große Anstrengungen in Sachen Tests gebe - darauf setze er, sagte Weil vor wenigen Tagen. „Mir ist es viel lieber, wir kommen praktisch voran, und zwar auf freiwilliger Basis, als dass die Politik gezwungen ist, mit Zwang und Pflichten zu arbeiten.“

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Der Vizekanzler und SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz verwies dagegen am Freitag auf eine von der Bundesregierung in Auftrag gegebene Umfrage unter Arbeitnehmern, die ergab, dass bisher nur 61 Prozent einen Arbeitgeber haben, der Corona-Tests anbietet. „Das ist nicht genug“, betonte Scholz. Er plädierte daher für gesetzliche Auflagen.

Unternehmen haben viel in Schutzmaßnahmen investiert

Die Unternehmensbefragung von Niedersachsenmetall kommt zu dem Schluss, dass fast alle Arbeitgeber schon im Jahr 2020 Kosten für Corona-Schutzmaßnahmen geschultert haben. Bei den meisten von ihnen (42 Prozent) betrugen diese demnach zwischen 10 000 und 40 000 Euro. Angeschafft wurden fast überall Desinfektionsmittel und medizinische Masken, darüber hinaus mussten vor allem die Erstellung von Hygienekonzepten und zusätzliche Reinigungsleistungen bezahlt werden.

Allerdings variierten die Ausgaben stark. Die Bandbreite liegt laut Umfrage zwischen 50 Euro und 600 000 Euro. Entscheidend dafür sei gewesen, wie viele Mitarbeiter von zu Hause aus arbeiten konnten, welche Hygieneanforderungen an die Branche gestellt wurden und wie stark sich die Unternehmen von selbst für das Thema engagierten. Die ersten Schnell- und PCR-Tests hätten „zahlreiche Unternehmen“ schon im Herbst in ihren Alltag integriert, hieß es weiter.

Von RND/lni

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