„Angela Merkel tanzt Flamenco“

Dall-E mini: Wenn eine KI Bilder aus der Fantasie zeichnet

So stellt sich die KI Dall-E mini Angela Merkel beim Flamencotanzen vor.

So stellt sich die KI Dall-E mini Angela Merkel beim Flamencotanzen vor.

Angela Merkel beim Flamencotanzen, Godzilla auf dem Oktoberfest oder Jesus, der ein Fahrrad klaut – egal, wie fantastisch das Szenario, das Programm Dall-E mini malt ein Bild davon. Das Tool basiert auf künstlicher Intelligenz (KI) und erfreut sich gerade großer Beliebtheit. In den sozialen Netzwerken werden pausenlos neue Ideen gepostet, die der Grafikgenerator in die typischen kachelartigen Abbildungen umwandelt.

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Doch wie funktioniert Dall-E mini – und wo zeigt die KI neben allem Spaß auch Probleme auf?

Das KI-Programm ist auf der Seite der Community Hugging Face kostenlos verfügbar. In ein Textfeld gibt man einzelne Wörter oder auch ganze Sätze ein. Dall-E mini erschafft dann neun Grafiken, die die beschriebenen Wörter abbilden sollen. Am besten funktioniert das Programm in englischer Sprache. Bis der Satz interpretiert und in Bilder umgedeutet ist, rechnet die KI bis zu einer Minute. Sie greift dabei auf alle im Internet verfügbaren Bilder zurück und stellt aus den Informationen eigene Bilder zusammen. Die KI sei dafür mit Millionen Bildern und deren Beschriftungen trainiert worden und lerne so Schritt für Schritt, welche Wörter in welche Bilder übertragen werden, schreibt das Onlineportal Ingenieur.de.

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Je mehr Bilddateien zu den eingegebenen Wörtern existieren, desto besser kann Dall-E mini das betreffende Bild darstellen. Der Name des Programms ist übrigens eine Hommage an den Surrealismuskünstler Salvador Dalí. Doch die Technologie hat Grenzen, wie besonders bei Darstellungen von Personen deutlich wird: Gesichter kann die KI kaum oder nur grotesk verzerrt darstellen. Mit Tieren kommt das Tool deutlich besser zurecht.

Markus Söder beim Kiffen und Karl Lauterbach als Gitarrist

Kreiert wurde der Grafikgenerator schon 2021, größere Bekanntheit hat er aber erst seit wenigen Wochen erlangt. Teilweise kann das Programm überlastet sein, dann erscheint die Meldung „Too much traffic“ und es hilft nur zu warten, bis die Nutzung wieder möglich ist. Im deutschsprachigen Raum erfreuen sich besonders Darstellungen von Politikerinnen und Politikern großer Beliebtheit: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) beim Kiffen oder Bundesgesundheits­minister Karl Lauterbach (SPD) als Mitglied einer Rockband waren bereits zu sehen, aber auch David Hasselhoff während einer Rede im Bundestag.

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Bei aller Spielfreude zeigt das Programm aber auch auf, welche Probleme die KI hat. Darauf weisen die Macher auf der Seite mit einem deutlichen Vermerk selbst hin.

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Das Problem: Die Technologie ist moralisch nur so gut wie die Nutzerinnen und Nutzer, die sie mit Informationen füttern. Gesellschaftliche Stereotype oder Vorurteile können durch die KI verstärkt werden. Wer zum Beispiel die Berufe „doctor“ oder „architect“ in das Textfeld eingibt, erhält nur Abbildungen von männlichen Personen. Beim Wort „teacher“ erscheinen hingegen nur Frauen.

Die KI reproduziert also Geschlechter­stereotype in der Arbeitswelt und hat nicht verstanden, dass alle Berufe sowohl von Männern als auch von Frauen ausgeübt werden können. Ein weiterer auffallender Punkt: Dall-E mini zeichnet fast immer Bilder von weißen Menschen.

Somit weist Dall-E mini auf ein grundsätzliches Problem von KI hin: Sie ist nicht neutral. Würde ein Programm, das so stark durch Vorurteile beeinflusst ist, an anderer Stelle anstatt für die aktuelle Onlinespielerei zum Einsatz kommen, könnte das fatale diskriminierende Folgen haben. Hinzu kommt, dass es als sehr schwierig gilt, einer KI, die Vorurteile erlernt hat, diese wieder abzutrainieren.

 

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