Free-to-Play-Spiel mit In-Game-Käufen

„Diablo Immortal“ im Test: Für wen lohnt sich das Spiel für Smartphone, Tablet oder PC?

„Diablo Immortal" lässt sich auf dem PC, dem Smartphone und dem Tablet zocken.

Wer die „Diablo“-Serie nicht genau verfolgt, der könnte von diesem Spiel verwirrt sein. Ganz so schwierig ist es nicht. „Diablo“, das sind ursprünglich düstere Actionrollenspiele für den PC voller Dämonen, schrecklicher Untoter, dazu haufenweise Beute und Ausrüstung. Nirgendwo war Monster wegklicken und Schätze sammeln so launig wie hier. Spätestens seit dem Erscheinen von Dauerbrenner Diablo 2 im Jahr 2000 verfolgt eine Generation von Genrefans die Serie ganz genau.

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Die planmäßige Fortsetzung Diablo 4 ist bereits seit Jahren angekündigt. Nun erschienen ist etwas anderes: „Diablo Immortal“ ist ein Free-to-Play-Spiel als Lückenfüller. Es kann gratis geladen werden und ist natürlich vollgestopft mit Möglichkeiten, doch noch Geld auszugeben. Ursprünglich war der Titel nur für Smartphones angekündigt. Erschienen ist er nun aber auch für den PC. Wir haben den Titel auf einem Mittelklasse-PC, auf einem älteren iPad und einem neuen iPhone gespielt.

Alte Idee, neuer Spaß

Nostalgie ist eine mächtige Waffe. „Diablo Immortal“ weiß sie einzusetzen. Vom Start weg erinnert das neue Abenteuer an alte „Diablo“-Teile. Zuerst wird eine der klassischen Charakterklassen ausgewählt, und schon rennen Heldin oder Held durch frisch ruinierte, von Untoten überrannte Fantasy-Landschaften. Das Spiel läuft in Draufsicht und in Echtzeit, so dass es sich wie ein hektisches Brettspiel anfühlt. Die Auswahl der Charakterklasse bestimmt grundlegend die Taktik. Zwei von sechs haben wir ausprobiert: Der Barbar wird schnell in den Pulk feindlicher Skelette hineinbewegt und zerhackt alles, bevor ein Gegner zuschlagen kann. Die Totenbeschwörerin schickt dagegen ihre eigenen Skelette zum Kämpfen vor, hält Abstand und kontrolliert so das Kampfgeschehen.

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Beim Erstellen des Charakters lässt das Spiel viele Freiheiten.

Beim Erstellen des Charakters lässt das Spiel viele Freiheiten.

Das spielt sich sehr unterhaltsam. In den ersten Stunden ist „Diablo Immortal“ stets fordernd, aber auch nicht zu sehr. Es lockt Spielerinnen und Spieler in eine Endlosschleife aus neuem Fortschritt, neuer Gefahr, schnellem Gefecht und neuer Beute, die gesichtet und angelegt werden kann. Wie kaum eine andere Serie hat Diablo den Spaß am Plündern etabliert. Wie Gold und Ausrüstung förmlich aus besiegten Monstern heraussprudelt, das ist einer der absurden Eckpfeiler der Serie.

Scharfes Bild, dicker Daumen

Auf dem PC vergessen wir beim Spielen fast, dass wir ein neues „Diablo“ spielen und nicht Teil 2 oder 3. Technisch ist das Spiel hier keine Offenbarung, es punktet aber mit einer stimmungsvoll gemalten Welt. Ärgerlich: Vor allem den Spielmenüs sieht man an, dass sie für einen kleinen Touchscreen gestaltet wurden und nicht für den großen Bildschirm. Alles wirkt etwas zu groß. Dafür funktioniert die Steuerung mit Maus und Tastatur sehr gut.

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Auf Smartphone und Handy ist die Sache etwas zwiespältig. Auf dem iPhone 13 läuft „Diablo Immortal“ wenig überraschend sehr flüssig und sieht scharf aus. Auf einem iPad von 2018 ist das Spiel dagegen verschwommen und ruckelt. Die Grafikleistung lässt sich recht gut einstellen, aber richtig rund läuft es auf unserer alten Hardware nicht.

Steuerung auf dem Smartphone

Gesteuert wird „Diablo Immortal“ auf Touchscreens mit einem virtuellen Joystick. Das ist nie ideal, mit einem gekoppelten Controller läuft es deutlich präziser. Vor allem auf dem kleinen iPhone wird das Spiel mit seinen vielen Icons und einem dicken Daumen im Bild schnell unübersichtlich.

Die Schwächen bei der Fingersteuerung sind aber kein Beinbruch. Jede Version lässt sich wenigstens passabel steuern, und in „Diablo Immortal“ geht es selten um Präzision oder Geschwindigkeit.

Epische Kämpfe gibt es auch in der abgespeckten Version von Diablo.

Epische Kämpfe gibt es auch in der abgespeckten Version von Diablo.

Bekannte Gesichter, Bekannte Atmosphäre

Worum es dagegen geht bei „Diablo“: Um eine fast schon absurd düstere Geschichte, ständig aufs Neue abgewendete Weltuntergänge. Auch das neue Abenteuer ist ganz klar nichts für Kinder. Erwachsene dürften dagegen bei den wunderbar übertriebenen Dialogen ins Schmunzeln geraten. In dieser Fantasie sind die Bösen noch böse, Skelette richtig gruselig und die Spielfigur der strahlende Retter. Es ist ein Abenteuer zum Hirn abschalten und Welt retten.

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Wahrscheinlich wird „Diablo Immortal“ auch schwierig, aber davon haben wir noch nicht viel gesehen. Nach rund 20 Stunden fühlen wir uns noch eher am Anfang des Abenteuers. Das Spiel ist sehr deutlich darauf ausgelegt, ein Abenteuer durchzuspielen, sich dann regelmäßig online mit Freunden zu treffen und herausfordernde Zusatzmissionen durchzukämpfen. Wie die aber ausfallen werden, ob sie gut zu bewältigen sind, ohne dass Geld fließt, das können wir schlicht noch nicht beurteilen.

Die PC-Version ist zudem noch in einer „offenen Beta“. Zahlreiche Möglichkeiten zum Geld ausgeben sind uns schon begegnet, wir haben aber noch keinen Grund gefunden, das auch zu tun. Bis hierhin wirkte der Fortschritt fair und die Herausforderung eher zu klein als zu groß.

Keine Überraschung, keine Enttäuschung

Als „Diablo Immortal“ angekündigt wurde, haben viele Fans ablehnend auf die Ankündigung eines Free-to-Play-Spiels reagiert. Das fertige Spiel ist nun im Wesentlichen so geworden, wie es die Fans befürchtet haben: kein aufregendes neues „Diablo“, sondern bewusster Anschluss an ältere Teile der Serie mit einer Geschichte zwischen „Diablo“ 2 und 3. Jede Menge Angebote für unterschiedlich tolle Battle Passes, Pakete, Accessoires und Fantasiewährungen.

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Wer so etwas nicht mag, der sollte es nicht spielen. Alternativen gibt es. Ein sehr gutes Remake von „Diablo 2″ ist erhältlich, Teil 3 wird weiter geupdatet, Teil 4 ist in der Entwicklung. Wer aber auf der anderen Seite Action-Rollenspiele mag und keine Berührungsängste mit Free-to-Play-Spielen hat, der kann sich über einen richtig starken neuen Eintrag freuen. Wir zumindest hatten in 20 Stunden viel Spaß, haben kein Geld ausgegeben und sind noch längst nicht fertig mit „Diablo Immortal“.

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