US-Tiktok-User haben schon Ideen, ein Verbot zu umgehen

Tiktok ist eine international sehr erfolgreiche Videoplattform des chinesischen Unternehmens Bytedance, die in 65 Sprachen auf 175 Märkten angeboten wird.

Tiktok ist eine international sehr erfolgreiche Videoplattform des chinesischen Unternehmens Bytedance, die in 65 Sprachen auf 175 Märkten angeboten wird.

Hannover. US-Präsident Donald Trump will die chinesische Videoplattform Tiktok in den USA verbieten. “Was Tiktok betrifft, so verbannen wir es aus den Vereinigten Staaten”, sagte Trump Reportern in der Präsidentenmaschine Air Force One. “Nun, ich habe diese Macht.” Er könne ein Verbot mit einer Präsidentenverfügung oder mit einer wirtschaftlichen Notstandsermächtigung möglich machen, meinte Trump.

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Kaum positionierte sich der US-Präsident gegen die beliebte Plattform, bildete sich binnen kürzester Zeit Widerstand, der mit Memes – natürlich Tiktok-Videos –, aber auch ernst gemeinten Tipps untermauert wurde.

Eine Idee: VPN-Client nutzen

Ein Ratschlag der User lautet, einen VPN-Client zu nutzen. VPNs (“virtual private networks”) sind Programme, die den tatsächlichen Standort des Telefons oder Computers maskieren. Dadurch sieht es so aus, als wäre man in einem anderen Land. Nutzer könnten also den Standort Kanada, Deutschland oder Russland auswählen – Orte, an denen die Nutzung von Tiktok erlaubt ist.

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Doch die Warnung folgt prompt: Auf Twitter schreibt Userin Lesley Carhart: “Freundliche Erinnerung: Wenn man es nicht selbst betreibt, ist #VPN nur ein vornehmes Wort für die Internetverbindung eines anderen – und er oder sie schneidet wahrscheinlich alles mit, was du tust. Auch wenn er oder sie das nicht weiß.”

Regionaleinstellungen ändern

Eine andere Möglichkeit ist laut Usern, direkt im Smartphone oder Tablet die Regioneneinstellung auf ein Land umzustellen, in dem die App genutzt werden darf. “Boom. We are now in Canada!”, freut sich diese Twitter-Userin und zeigt in einem Minitutorial, wie die Einstellung funktioniert.

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Sollte es zu einem Verbot kommen, ist unklar, ob dieses mit den Hacks umgangen werden kann. Technisch ist eine Sperrung von Tiktok in den USA durchaus möglich, rechtlich dürfte ein Verbot allerdings schwer durchzusetzen sein. Erste Schritte wurden dennoch bereits eingeleitet: Derzeit wird im Kongress über einen Gesetzentwurf beraten, der Bundesbeschäftigten die Nutzung von Tiktok auf Dienstgeräten verbietet.

In Indien, wo die App bereits verboten ist, berichten mehrere User, dass sie durchaus Erfolg mit VPN gehabt hätten. Der “Indian Express” schreibt über das Verbot: “Wenn die App auf Ihrem Telefon installiert ist, funktioniert sie auch.”

100 Millionen User in den USA

Tiktok ist eine international sehr erfolgreiche Videoplattform des chinesischen Unternehmens Bytedance, die in 65 Sprachen auf 175 Märkten angeboten wird. Gezeigt werden vor allem kurze Spaßfilmchen. In Festlandchina gibt es nur die zensierte Version Douyin. In den USA hat Tiktok nach eigenen Angaben 100 Millionen Nutzer.

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Die größten Tiktok-Investoren kämen aus den USA, erklärt das Unternehmen. Am Freitag berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg, der US-Softwarekonzern Microsoft verhandele über den Kauf des US-Geschäfts von Tiktok. Trump machte allerdings den mit ihm reisenden Journalisten zufolge deutlich, dass er dagegen sei.

Amerikaner warnen schon länger vor der Nutzung

Wegen Sicherheitsbedenken und der Kontrolle durch Chinas Behörden gibt es für das populäre Tiktok jedoch schon länger politischen Gegenwind in den USA. Bereits mehrfach hatten Vertreter der US-Regierung gewarnt, über Tiktok könnten Daten von US-Bürgern in die Hände der Kommunistischen Partei Chinas geraten. Auch eine Einmischung Chinas in den US-Wahlkampf über die App ist nicht ausgeschlossen. Bereits Ende 2019 hatte Washington US-Militärangehörigen untersagt, die Tiktok-App auf Dienstsmartphones zu nutzen.

Tiktok versichert, es gehe der Plattform um kreative Inhalte, bei der “Privatsphäre und Sicherheit” geschützt würden. “Tiktok wird nicht in China angeboten”, erklärte eine Tiktok-Sprecherin. Die chinesische Regierung habe keinen Zugriff auf Nutzerdaten und habe dies auch nie verlangt. Die Nutzerdaten würden in den USA gespeichert und verarbeitet.

RND/ame/dpa

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