Traktorentour

Zwei Männer, zwei Trecker, ein Traum

Winfried Langner auf seinem 15-PS-Deutz.

Winfried Langner auf seinem 15-PS-Deutz.

Von Werner Amelung. Der 77-jährige Baumaschinen-Monteur im Ruhestand Winfried Langner hat 2002 „Robert“, wie er liebevoll seinen Traktor nennt, zerlegt und general überholt. Das ist ein Deutz-Traktor Typ D15, Baujahr 1961, mit einem Zylinder, 15 PS und maximal 20 Stundenkilometer schnell. Langers Credo: „Wenn ich etwas mache, dann tausendprozentig!“

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 Danach begann seine erste große Tour. Über 840 Kilometer ging es nach Bruck am Großglockner, wo ein Treffen mit mehr als 600 Deutz-Traktoren stattfand. Im Jahre 2008 fuhr er in die Schweiz nach St. Gotthard.

 Dann berichtete Langner über die Vorbereitungen zu seiner Mallorca-Reise. Gemeinsam mit dem ADAC plante er die Fahrt, die von einem NDR- Fernsehteam begleitet wurde. Für die etwa 2000 Kilometer lange Strecke brauchte er 23 Tage. Begleitet wurde „Deutz-Willi“ von Erwin Stahlmann mit einem Fendt-Dieselross Traktor.

 Am ersten Tag schafften sie 200 Kilometer bis Fulda, dann pro Tag rund 120 Kilometer. Sie saßen täglich neun bis zehn Stunden auf dem Traktor. Über seine Erlebnisse berichtete „Deutz-Willi“ humorvoll:

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 „Die Fahrt durch Deutschland verlief problemlos. Wir haben immer auf Campingplätzen übernachtet. An der französischen Grenze erfuhren wir, dass man dort Alkohol-Teströhrchen mitführen muss, da sonst eine hohe Geldstrafe droht. Da wir beide weder französisch noch spanisch sprechen, war es ein großes Problem, das wir mit viel Humor lösen konnten.

 In Lyon wussten wir in einem Kreisverkehr nicht weiter; französische Gendarmen haben uns mit zwei Streifenwagen auf den nächsten Campingplatz gelotst. Dort glaubten die Camper, wir seien Ganoven. Als die Polizisten sich freundlich verabschiedeten, war die Welt wieder in Ordnung.

 Auch der Einkauf in einem französischen Supermarkt war nicht einfach. Wir wollten Züricher Geschnetzeltes einkaufen. Das Fleisch war schnell gefunden, aber wie bringen wir den Franzosen bei, es zu zerteilen? Mein Kollege Erwin ging hinter die Fleischtheke und zeigte dem Verkäufer, wie das Fleisch in kleine Stücke geschnitten wird. Dann klappte es mit viel Spaß.

 In Barcelona bin ich über einen hohen Bordstein gestolpert und habe mich am Bein verletzt. Da ich Blutverdünnungsmittel nehme, habe ich mich sofort mit meiner Tochter Sabine in Verbindung gesetzt. Die Krankenschwester ist unverzüglich nach Barcelona geflogen, wo ich mit ihrer Hilfe und Rücksprache mit dem Hausarzt im Krankenhaus versorgt worden bin.

 Sollte meine Reise jetzt zu Ende sein? Nach dem Motto: Willi lässt nicht locker, Willi gibt nicht auf, ging es weiter zum Hafen. Um 23 Uhr sollten unsere Traktoren verladen werden. Kurz davor hatte Erwins Wohnanhänger eine Reifenpanne. Der Wagenheber passte nicht unter den Wagen, die Radmuttern waren festgerostet. Ohne Erwin wäre ich nicht auf die Fähre gefahren. Meinen Kollegen hätte ich nie im Stich gelassen. Kurz vor Abfahrt haben wir mit fremder Hilfe auch das geschafft. Auf Mallorca wollte ich noch zwei Monate die Insel bereisen. Auf Rat meines Hausarztes habe ich darauf verzichtet und die Heimreise angetreten, die der ADAC organisiert hat. Erwin ist noch auf Mallorca geblieben“.

 Soweit der Bericht von Winfried Langner. Er plant 2014 eine Reise zum Trecker-Treffen in Bayern, und 2015 will er mit Robert zum Nordkap zuckeln.

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