Influenza, Hantavirus und Covid ausgeschlossen

Drei Tote durch Lungenentzündung in Argentinien – Ursache noch unklar

Krankenschwestern untersuchen einen Corona-Patienten in Argentinien (Symbolbild).

Krankenschwestern untersuchen einen Corona-Patienten in Argentinien (Symbolbild).

In der argentinischen Provinz Tucumán ist eine Lungenkrankheit unklarer Ursache aufgetreten, an der bisher drei Menschen verstorben sind. Weil sich derzeit nicht ausschließen lässt, dass sie durch eine neue Art von Erreger ausgelöst wird, hatte der argentinische Gesundheitsminister die Pan American Health Organization (Paho), eine regionale Organisation der Weltgesundheitsorganisation (WHO), über die Fälle informiert.

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Zwischen dem 18. und 22. August waren demnach in einer Privatklinik in der Stadt San Miguel de Tucumán zunächst ein Patient und fünf Krankenhausangestellte an einer doppelseitigen Lungenentzündung erkrankt, zwei der Erkrankten waren daraufhin verstorben. Zu den Symptomen zählten Fieber, Muskelschmerzen, Bauchschmerzen und Atemnot. Bis zum ersten September waren dann bei drei weiteren Personen aus demselben Umfeld ähnliche Symptome aufgetreten, eine weitere Person war verstorben. Die Verstorbenen sollen zusätzlich unter anderen Krankheiten gelitten haben.

Viele Krankheitsausbrüche werden genau untersucht.

Wann wird ein neuer Erreger gefährlich?

In Indien sind Kinder an der Tomatengrippe erkrankt. Das sorgt weltweit für Aufmerksamkeit, obwohl die Symptome nicht schwerer sind, als bei vielen anderen fieberhaften Erkrankungen. Seit dem Ausbruch von Sars-CoV-2 werden neuartige Virus­infektionen genauer beobachtet als jemals zuvor. Dadurch kann es auch zum Fehlalarm kommen.

Covid-Erkrankung ausgeschlossen

Wie Luis Medina Ruiz, der Gesundheitsminister von Tucumán, regionalen Zeitungen mitteilte, sollen Veränderungen der Lunge im Röntgenbild stark denen bei einer Covid-19-Erkrankung geähnelt hatten. Diese habe man aber ausschließen können. Die Behörden hatten deshalb besorgt reagiert und die Paho informiert, weil sie auch keine andere Ursache für die Erkrankungen ausmachen konnten. So waren Tests auf die üblichen Viren, Bakterien und Pilze, die Atemwegsinfektionen auslösen können, negativ ausgefallen. Die Patienten und Patientinnen waren dem Gesundheitsminister zufolge nicht nur auf das Coronavirus, sondern auch auf Influenza- und Erkältungsviren, das Hantavirus und 25 weitere Erreger getestet worden.

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Neue Krankheitsbilder als Folge der Corona-Maßnahmen

Für zusätzliche Untersuchungen waren Proben an das renommierte Malbran Institute in Buenos Aires geschickt worden. Bislang (Stand 2. September) gibt es noch keine neuen Erkenntnisse. Die Kontakte der Erkrankten wurden nachverfolgt und die Klinik unter Quarantäne gestellt. Dass mehrere Personen im gleichen Umfeld erkrankt sind, kann bedeuten, dass diese sich gegenseitig angesteckt haben und es sich also um einen infektiösen Erreger handelt. Es gibt aber auch eine andere mögliche Erklärung. So könnten alle Erkrankten giftigen Stoffen oder Bakterien wie Legionellen in der Umgebung ausgesetzt gewesen sein. Deshalb sollen auch das Wasser und die Belüftungsanlagen in der betroffenen Klinik untersucht werden.

Jonathan Ball, Virologie-Professor an der University of Nottingham, sagte gegenüber der Zeitung „The Telegraph“, es könne sich bei dem Krankheitsauslöser auch einfach um ein Virus handeln, auf das nicht routinemäßig getestet wird. Eine genetische Sequenzierung könne zeigen, ob es sich um einen neuen oder bekannten Erreger handelt. Ball wies zudem darauf hin, dass die Bevölkerung aufgrund der Corona-Maßnahmen auch weniger in Kontakt mit vielen anderen Viren gekommen war. Das könne nun dazu führen, dass auch bekannte Viren neue, untypische Krankheitsbilder auslösen.

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Auch bei der neuartigen Hepatitis bei Kindern wird zum Beispiel vermutet, dass bereits bekannte Viren wegen des durch Corona-Maßnahmen geschwächten Immunsystems schwerere Krankheitsbilder auslösen können. Bei der „Tomatengrippe“ halten das einige Experten und Expertinnen ebenfalls für möglich. Ball sagte, untypische Krankheitsverläufe mit bekannten Viren könnten in der Zukunft noch häufiger auftreten, bis sich wieder ein normales, saisonales Auf- und Ab beim Auftreten respiratorischer Viren eingestellt hat.

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