Studien zu Corona-Reinfektionen

Wie schnell kann ich mich ein zweites Mal mit Omikron anstecken?

Selten, aber möglich: Wer sich mit Omikron angesteckt hat, kann sich nach kurzer Zeit erneut infizieren.

Selten, aber möglich: Wer sich mit Omikron angesteckt hat, kann sich nach kurzer Zeit erneut infizieren.

Zwischen Januar und Mai haben sich sehr viele Menschen mit der extrem ansteckenden Omikron-Variante angesteckt. Die Mehrheit der Deutschen ist inzwischen geimpft, genesen – oder beides. Damit nimmt der Immunschutz in der Bevölkerung immer weiter zu. Das Gute dabei: Experten und Expertinnen rechnen damit, dass die Corona-Lage im kommenden Herbst und Winter wahrscheinlich nicht mehr so dramatisch ausfallen wird wie in den Vorjahren.

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Reinfektion mit Omikron: Studie aus Dänemark gibt erste Hinweise

Gleichzeitig weiß man inzwischen aber auch: Wer sich einmal angesteckt hat, ist nicht vor erneuter Ansteckung gefeit. In kurzer Zeit kann man sich bereits ein zweites Mal infizieren – wenngleich man weniger wahrscheinlich schwer an Covid-19 erkrankt. Wie wahrscheinlich ist so eine Reinfektion mit Omikron? Erste Hinweise dazu liefert eine Studie aus Dänemark. Die Ergebnisse wurden Ende Februar als noch von unabhängigen Fachleuten zu begutachtender Preprint auf der Plattform „medRxiv“ veröffentlicht.

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Zweimal hintereinander mit Omikron anstecken?

Die Forschenden untersuchten dafür Daten zu mehr als 1,8 Millionen Corona-Infektionen zwischen Ende November und Mitte Februar. Darunter waren Geimpfte wie auch Ungeimpfte. Auch Delta-Ansteckungen fanden da noch statt. Die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen des Statens Serum Institut fanden 187 Fälle, bei denen sich Menschen in einem Zeitraum zwischen 20 und 60 Tagen nach der Erstinfektion erneut mit Omikron angesteckt hatten. Das ist also insgesamt ein eher kleiner Anteil.

Wir liefern den Beweis dafür, dass BA.2-Infektionen mit Omikron kurz nach einer BA.1-Infektion auftreten, aber selten sind.

Aus der Studie

In 47 Fällen steckten sich Menschen innerhalb kurzer Zeit erst mit dem Omikron-Subtyp BA.1, dann mit BA.2 an. Der Analyse zufolge ist es also grundsätzlich möglich, sich in kurzen Zeitabständen zweimal hintereinander mit Omikron zu infizieren. Meist war das der Fall „bei jungen, ungeimpften Personen mit leichter Erkrankung, die nicht zu einem Krankenhausaufenthalt oder Tod führt“, heißt es in der Studie. „Wir liefern den Beweis dafür, dass BA.2-Infektionen mit Omikron kurz nach einer BA.1-Infektion auftreten, aber selten sind.“

Dass man sich mehrfach mit dem Coronavirus anstecken kann, hält auch die britische Gesundheitsbehörde (UKHSA) fest. In einem Bericht von Ende März heißt es, dass seit Beginn der Pandemie mehr als 804.000 Reinfektionen in England nachgewiesen worden seien. Reinfektionen werden dabei anders als in der dänischen Studie definiert. Es braucht zwei positive Corona-Tests im Abstand von mehr als 90 Tagen. Knapp 51.000 solcher Fälle hat die Behörde allein in der zwölften Kalenderwoche (21. bis 27. März 2022) verzeichnet. Sie geht von einer hohen Dunkelziffer aus, da nicht alle Infizierten einen Test machen würden.

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Warum kommt es zu Reinfektionen?

Dass sich Menschen mehrfach mit dem Coronavirus infizieren, hängt von mehreren Faktoren ab. Zum Beispiel sind die Immunantworten entscheidend: Es gibt Menschen, die sich mit dem Virus infizieren und deren Immunsystem daraufhin viele Antikörper und T-Zellen produziert. So entsteht ein guter Schutz vor einer erneuten Ansteckung. Es kann jedoch auch sein, dass die Antikörperantworten geringer ausfallen. Diese Immunreaktionen sind von Mensch zu Mensch unterschiedlich und auch von der Virusmenge abhängig.

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Eine offene Frage ist noch, inwiefern die durch eine Omikron-Infektion erworbene Immunität bei Kontakt mit anderen Virusvarianten schützt. Der Großteil der Menschen erkrankt nach einer Ansteckung nur mild. Einige Studien legen aber nahe, dass je milder eine Infektion mit der Omikron-Variante verläuft, desto geringer der erworbene Immunschutz ausfallen könnte. Auch hier gibt es aber wohl Ausnahmen. Ein schwerer Krankheitsverlauf muss nicht unbedingt zu einem guten Immunschutz führen.

Grundsätzlich kann man aber sagen: Menschen, die sich schon einmal mit dem Coronavirus angesteckt haben, erkranken im Fall einer Reinfektion wahrscheinlich milder – vor allem, wenn sie zusätzlich noch geimpft sind. Das liegt daran, dass das Immunsystem den Erreger bereits ein Stück weit kennt und ihn mit zuvor gebildeten Antikörpern und T-Zellen abwehren kann.

Schützt ein zweiter Corona-Booster vor einer Reinfektion?

Die Omikron-Variante unterläuft bei einmal Geboosterten vor allem den Schutz vor Ansteckung, weniger vor der Krankheit Covid-19. Wie der Schutz langfristig über mehrere Jahre ausfällt, weiß man noch nicht, weil es die Impfungen und Booster noch nicht so lange gibt. Klar ist aber: Ein zweiter Booster kann für bestimmte Personengruppen auch jetzt schon sinnvoll sein.

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Angesichts erster Daten aus Israel empfiehlt die Ständige Impfkommission (Stiko) vorsorglich allen Menschen ab 70 Jahren, in Pflegeeinrichtungen Lebenden, Menschen mit Immunschwäche ab fünf Jahren sowie Beschäftigten in medizinischen Einrichtungen und Pflegeeinrichtungen eine zweite Auffrischungsdosis mit einem der bestehenden mRNA-Impfstoffe. Denn bei Älteren und Immungeschwächten kann der Impfschutz geringer ausfallen als bei Menschen mit gesundem Immunsystem.

Eine zweite Auffrischimpfung für alle Menschen in Deutschland empfiehlt die Stiko bislang hingegen nicht. Auch die Europäische Seuchenschutzbehörde (ECDC) und die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) sehen von einer Empfehlung in diesem Frühjahr ab. Es sei „zu früh“, um die Verwendung einer vierten Dosis von mRNA-Impfstoffen in der Allgemeinbevölkerung in Betracht zu ziehen, heißt es in einer Mitteilung von Anfang April. Die Behörden rechnen aber damit, dass bis September auf Omikron angepasste Impfstoffe zugelassen werden könnten. Für wen diese dann in Betracht kommen, ist noch unklar.

Corona-Reinfektion: Wie kann man sich im Alltag schützen?

Auch wenn ein Großteil der Corona-Maßnahmen nicht mehr gilt, gibt das Robert Koch-Institut (RKI) Verhaltenstipps für das Frühjahr. Eigentlich dürften sie weit bekannt sein – schließlich begleiten sie uns schon durch die ganze Pandemiezeit. Auch wenn beispielsweise die Maskenpflicht gefallen ist: Maske tragen empfiehlt sich weiter in Innenräumen unter vielen Menschen – zum Beispiel beim Kinobesuch. Weil das Ansteckungsrisiko drinnen sehr hoch ist, sollte man Treffen mit vielen Personen nach draußen verlegen, wenn keine Maske getragen und nicht gelüftet wird. Und bei regional hohen Fallzahlen kann man darüber nachdenken, die eigenen Kontakte wieder zu reduzieren – zum Beispiel durch Arbeiten im Homeoffice oder das Meiden von Clubs und Restaurants.

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