Hepatitis C: Krankheit, Symptome, Schutz

Hepatitis C wird durch den Kontakt mit infiziertem Blut übertragen.

Hepatitis C wird durch den Kontakt mit infiziertem Blut übertragen.

Drei Forscher haben den diesjährigen Nobelpreis für Medizin für die Entdeckung des Hepatitis-C-Virus erhalten. “Dank ihrer Entdeckung sind jetzt hochempfindliche Bluttests für das Virus verfügbar und diese haben in vielen Teilen der Welt Hepatitis nach Blutübertragungen praktisch eliminiert”, teilte das Komitee mit. “Ihre Entdeckung ermöglichte auch die schnelle Entwicklung antiviraler Medikamente gegen Hepatitis C.”

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Aber was ist Hepatitis C eigentlich – und was unterscheidet es von den anderen Formen?

Hepatits: Von A bis E - wo ist der Unterschied?

Es gibt unterschiedliche Formen von Hepatitisviren, die alle zu einer Entzündung der Leber führen können. Bislang sind fünf verschiedene Virustypen als Auslöser einer Leberentzündung (Hepatitis) bekannt: Hepatitis A, B, C, D und E gehören unterschiedlichen Virusfamilien an und sind nicht miteinander verwandt. Auch die Übertragungswege und Erkrankungsformen der verschiedenen Hepatitisviren unterscheiden sich.

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Hepatitis A: Das Virus kann über verunreinigte Nahrungsmittel und Wasser übertragen werden, aber auch von Mensch zu Mensch überspringen. Während es in ärmeren Ländern recht häufig ist, gibt es in Deutschland nur sporadische Ausbrüche, meist durch Speisen in Gemeinschaftseinrichtungen.

Hepatitis B: Der Erreger wird vor allem über Blut und andere Körperflüssigkeiten übertragen. Hauptsächlich erfolgt die Ansteckung über Sexualverkehr oder von einer infizierten Mutter auf ihr Baby. Weitere Ansteckungsquellen sind verunreinigte Drogennadeln, Hygienemängel im medizinischen Bereich oder auch bei Piercings und Tätowierungen.

Hepatitis D: Das Virus ist unvollständig und alleine nicht vermehrungsfähig. Es benötigt die Hülle des Hepatitis-B-Virus. Deshalb können sich nur Menschen infizieren, die bereits Hepatitis B haben – oder die Ansteckung erfolgt gleichzeitig mit beiden Typen.

Hepatitis E: Der Erreger wird vor allem durch Trinkwasser und Lebensmittel übertragen, etwa durch unzureichend gegartes Schweine- und Wildfleisch oder durch Muscheln. Typ E galt in Deutschland lange Zeit als selten. Seitdem häufiger auf diese Infektion getestet wird, steigen die gemeldeten Fallzahlen.

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Hepatitis C verläuft sehr häufig chronisch

Hepatitis C ist eine durch Viren verursachte Entzündung der Leber. Die Weltgesundheitsorganisation schätzt die Zahl der chronisch Infizierten weltweit auf 71 Millionen, das entspricht einem Prozent der Weltbevölkerung. Eine Neuinfektion, also eine akute Hepatitis C, führt nur selten zu Symptomen und kann bei etwa der Hälfte der Betroffenen in den ersten sechs Monaten von selbst heilen. Im Gegensatz zu Hepatitis A und B nimmt Hepatitis C jedoch häufig einen chronischen Verlauf an.

Symptome für chronische Hepatitis C sind laut der Deutschen Aidshilfe Müdigkeit, Oberbauchbeschwerden, Leistungsminderung, Juckreiz und Gelenkbeschwerden. Ein Drittel der chronischen Fälle führt außerdem zu einem schwereren Verlauf mit Leberentzündung und einer Vernarbung der Leber. Bei einer unzureichenden Behandlung kann es nach 20 bis 30 Jahren zu Spätfolgen wie einer Leberzirrhose mit anschließendem Leberversagen oder Leberkrebs kommen.

Übertragung erfolgt über infiziertes Blut

Hepatitis C wird über infiziertes Blut übertragen. Ansteckungsgefahr besteht etwa beim Drogenspritzen, bei Operationen, Tätowierungen, Piercings oder Akupunkturen. Eine sexuelle Übertragung ist möglich, aber relativ selten. So zum Beispiel durch Praktiken, bei denen es zu Verletzungen kommt – auch bei ungeschütztem Anal- oder Vaginalsex.

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Einen Impfstoff gegen HCV gibt es laut RKI bisher nicht und Patienten, die bereits mit dem Virus infiziert waren, haben keinen Immunitätsschutz vor einer weiteren Infektion. Seit einigen Jahren gibt es allerdings mehrere antiviral wirkende Medikamente zur Behandlung der chronischen Hepatitis C. Patienten gelten als geheilt, wenn mindestens drei Monate nach der Behandlung keine HCV-RNA im Blut nachgewiesen wird. Heutzutage ist fast jede Hepatitis-C-Infektion heilbar.

Hepatitis C – So schützt man sich

Da es gegen Hepatitis C keine Impfung gibt, besteht die einzige Schutzmöglichkeit beim Sex laut Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung in der Verwendung von Kondomen. Diese sollten beim Vaginal- und beim Analsex verwendet werden. Sexspielzeug sollte, vor allem wenn es von mehreren Menschen verwendet wird, nach jeder Verwendung gründlich gereinigt werden. Injizierende Drogengebrauchende, rät das RKI, sollten sich gezielt zu den Infektionsrisiken durch das Teilen von Spritzen und Nadeln und andere Praktiken bei der Drogeninjektion beraten lassen.

Auch Piercings und Tätowierungen, informiert die deutsche Leberhilfe, sollten nur unter sterilen Bedingungen gestochen werden. Sämtliche scharfkantige Hygienegegenstände, darunter Zahnbürsten oder Rasierklingen, sollten nicht gemeinsam benutzt werden. Beim Umgang mit fremdem Blut sind Schutzhandschuhe zu tragen.

Mit dpa

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