Paxlovid: Diese Medikamente sollen nicht zusammen mit der Covid-Pille eingenommen werden

Bei der Einnahme von Paxlovid des US-Herstellers Pfizer kann es zu teils schwerwiegenden Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten kommen (Symbolbild).

Bei der Einnahme von Paxlovid des US-Herstellers Pfizer kann es zu teils schwerwiegenden Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten kommen (Symbolbild).

Paxlovid ist das erste Covid-Medikament, das schwere Verläufe verhindern kann. Nach Angaben des US-Herstellers Pfizer reduziert das Arzneimittel das Risiko eines Krankenhausaufenthalts oder Todes um 88 Prozent, sofern es in den ersten ersten fünf Tagen nach Beginn der Symptome eingenommen wird. Aber wie nahezu jedes Medikament sind auch Nebenwirkungen möglich. Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) weist dabei insbesondere auf die Gefahr von teils lebensbedrohlichen Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten hin.

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Paxlovid: US-Behörde warnt vor „lebensbedrohlichen Wechselwirkungen“

Wechselwirkungen können auftreten, wenn zwei oder mehrere Arzneimittel eingenommen werden. Darunter sind unerwünschte Interaktionen zwischen verschiedenen Wirkstoffen zu verstehen. Wechselwirkungen sind nicht immer gefährlich – im Fall von Paxlovid warnt aber auch die US-amerikanische Behörde für biomedizinische Forschung, die National Institutes of Health, vor „schwerwiegenden bis lebensbedrohlichen Wechselwirkungen“ mit gewissen Medikamenten. Ärztinnen und Ärzte sollen sich daher vor der Verabreichung von Paxlovid einen Überblick über die von der Patientin oder dem Patienten eingenommenen Medikamenten verschaffen.

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Die US-Behörde listet aktuell über 60 Medikamente auf, bei denen die Gefahr von Wechselwirkungen mit Paxlovid besteht. Dabei handelt es sich eigenen Angaben zufolge nicht um eine allumfassende Liste aller Medikamente, bei denen im Zusammenhang mit Paxlovid unerwünschte Interaktionen möglich sind. So sind etwa keine Medikamente gelistet, bei denen eine Dosisanpassung oder eine besondere medizinische Überwachung nötig ist, wenn sie zusammen mit Paxlovid eingenommen werden. Vielmehr handelt es sich um eine Liste von den Medikamenten, die nicht zusammen mit dem Covid-Medikament verabreicht werden sollen.

Antiarrhythmika und Antiepileptika: Gefährliche Wechselwirkungen mit Paxlovid sind möglich

Demnach sind vor allem bei der Einnahme von einigen Antiarrhythmika Wechselwirkungen mit der Anti-Covid-Pille möglich – und sollten daher nicht zusammen mit Paxlovid eingenommen werden. Das sind Medikamente zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen, also beispielswiese Amiodaron, Disopyramid, Dronedaron, Flecainid, Mexiletin und Propafenon. Die US-Arzneimittelbehörde FDA informiert, dass Herzrhythmusstörungen eine mögliche Wechselwirkung zwischen diesen Präparaten und Paxlovid ist.

Antiepileptika wie Carbamazepin, Phenytoin oder Phenobarbital sollten ebenfalls nicht zusammen mit der Covid-19-Pille verabreicht werden. Denn nach Angaben der FDA könnte die immunologisch-virologische Antwort auf Sars-CoV-2-Viren ausfallen.

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Viagra: Ohnmachtsanfälle bei gleichzeitiger Einnahme von Paxlovid sind möglich

Auch bei gängigen Mitteln zur Behandlung einer erektilen Dysfunktion kann es bei gleichzeitiger Einnahme von Paxlovid zu unerwünschten Interaktionen zwischen den Wirkstoffen kommen. Betroffen sind der auch als Viagra bekannte Wirkstoff Sildanefil sowie Avanafil, Tadalafil und Vardenafil. Laut FDA kann es bei der Einnahme von Paxlovid und diesen Potenzpillen zu Wechselwirkungen wie niedriger Blutdruck, eine länger anhaltende Erektion oder Ohnmachtsanfällen kommen.

Bestimmte Medikamente der Gruppe der Benzodiazepine sollen wegen schwerwiegender Wechselwirkungen ebenfalls nicht zusammen mit Paxlovid eingenommen werden. Benzodiazepine werden oft im Zusammenhang mit Angst- oder Schlafstörungen verwendet. Beispielsweise Triazolam oder das oral eingenommene Midazolam können nach Angaben der FDA zusammen mit Paxlovid eine extreme Sedierung oder eine Hypoventilation verursachen.

Wenn Covid-19-Patientinnen und -Patienten diese Potenzmittel oder Benzodiapine einnehmen, sollen die Medizinerinnen und Mediziner zunächst überprüfen, ob die betroffenen Arzneimittel vorübergehend abgesetzt werden dürfen, betonen die National Institutes of Health. Sollte das klinisch nicht möglich sein, soll auf Paxlovid verzichtet und stattdessen alternative Covid-19-Therapien eingesetzt werden.

Die vollständige Liste aller Medikamente, die nach Angaben der US-Behörde nicht zusammen mit Paxlovid verabreicht werden sollen, finden Sie hier.

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