Per Sondergenehmigung: Bayerischer Corona-Patient bekommt Ebola-Medikament

Zur Behandlung des Coronavirus erhält ein deutscher Patient erstmals Remdesivir.

Zur Behandlung des Coronavirus erhält ein deutscher Patient erstmals Remdesivir.

Bei der Behandlung Covid-19-Infizierter werden weltweit bereits verschiedene Medikamente auf ihre Wirksamkeit getestet. Auch im bayerischen Klinikum Weilheim wollen die Ärzte nichts unversucht lassen. Sie behandeln einen 80-jährigen Corona-Patienten versuchsweise mit dem nicht zugelassenen Medikament Remdesivir, wie der Bayrische Rundfunk (BR) berichtete.

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Das ursprünglich zur Behandlung von Ebola entwickelte Mittel gilt derzeit als große Hoffnung im Kampf gegen das Coronavirus. Anfang Februar hatten die chinesischen Behörden das amerikanische Antivirusmedikament für eine groß angelegte klinische Studie zugelassen.

Ebola-Medikament wird in Patientenstudien getestet

In ersten Tests hatte der Wirkstoff bereits die Symptome der Lungenkrankheit gelindert. Derzeit wird das Medikament an 761 chinesischen Patienten, die mit dem Coronavirus infiziert sind, getestet. Das US-Unternehmen Gilead Sciences, dem das Patent an Remdevisir gehört, erwartet die Ergebnisse der Studie am 27. April.

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Auch in den USA konnte das Medikament bei einem Covid-19-Patienten die Symptome der Lungenerkrankung lindern, wie Mediziner im “New England Journal of Medicine” berichteten. Im Klinikum der University of Nebraska werden daher Covid-19-Patienten in einer klinischen Studie mit Remdesivir behandelt. Solche Phase-3-Studien, wie sie derzeit in China und den USA durchgeführt werden, sind notwendig, um eine behördliche Zulassung des Medikaments zu erreichen.

Behandlungserfolge in Bayern erwartet

In Weilheim soll ein 80-jähriger Patient mit dem nicht zugelassenen Medikament behandelt werden. Der Zustand des Mannes, der derzeit auf der Intensivstation liegt, sei kritisch, aber stabil. Kurz nachdem er mit grippeähnlichen Symptomen zur Behandlung in das Krankenhaus gekommen war, wurde er positiv auf die Lungenkrankheit Covid-19 getestet.

Nachdem sich der Zustand des Patienten rapide verschlechtert hatte, wurde der Patient laut Klinikleitung mit einem Medikament behandelt, das eigentlich zur Behandlung von HIV zugelassen ist. Seitdem habe sich sein Zustand leicht verbessert. Für die weitere Behandlung wurde zusätzlich das Ebola-Medikament Remdesivir angefordert. Das Antivirusmedikament scheint auch bei Sars und anderen Viren wirksam zu sein.

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Landesregierung erteilt Sondergenehmigung

Weil der Wirkstoff bisher weltweit noch keine Zulassung hat, hat Oberbayerns Regierung dem Klinikum Weilheim eine Sondergenehmigung erteilt, um den Patienten mit Remdesivir zu behandeln. Spätestens am Mittwoch solle das Medikament in der Klinik eintreffen.

Sollten die derzeit durchgeführten klinischen Studien zeigen, dass der Wirkstoff Remdesivir sich zur Behandlung des Coronavirus eignet, wäre dies ein großer Schritt. Auch wenn die Ausbreitung der Infektion dadurch nicht aufzuhalten ist, könnte es zumindest weitere Todesfälle durch Covid-19 verhindern. Mit einem marktreifen Impfstoff hingegen rechnen Experten erst in zwölf bis 18 Monaten.

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