Schweinepest: Wie kann das Virus in einem Wurstbrot 100 Tage überleben?

Um die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest zu verhindern, sollten keine Fleisch- und Wurstabfälle offen entsorgt werden.

Um die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest zu verhindern, sollten keine Fleisch- und Wurstabfälle offen entsorgt werden.

Vor wenigen Tagen erreichte die Afrikanische Schweinepest Deutschland. Nahe der deutsch-polnischen Grenze wurde das Virus erstmals bei einem toten Wildschwein nachgewiesen. Für den Menschen ist das Virus ungefährlich, trotzdem ist es hochgradig ansteckend und kann Haus- und Wildschweine befallen. Eine Verbreitung könnte fatal für die Schweinemast in Deutschland sein.

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Ein großes Problem: Der Erreger ist extrem widerstandsfähig und kann sich Wochen bis Monate in Fleisch und Fleischwaren sowie in Schlachtabfällen am Leben halten, in gefrorenem Fleisch sogar mehrere Jahre. Südkorea hat den Export von deutschem Schweinefleisch deshalb bereits gestoppt. Nun wurde auch der Handel mit China vorerst ausgesetzt. Aber wie kann das Virus überhaupt so lange überleben?

Übertragung durch Fleischwaren möglich

Die Afrikanische Schweinepest wird laut der Verbraucherzentrale direkt von Schwein zu Schwein übertragen. Zudem ist auch eine Ansteckung über tierische Produkte wie Rohwürste, nicht erhitzte Fleischwaren, wie zum Beispiel Mett, aber auch über geräuchertes Fleisch und Wurst möglich. Dies geschieht nicht über den Menschen, sondern wenn (Wild-)Schweine virushaltige Speiseabfälle verzehren. Auch über Kot und Schmutz, die etwa bei Tiertransporten entstehen, kann der Verbraucherzentrale zufolge das Virus übertragen werden.

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Erreger kann über Jahre in Fleischwaren überleben

Die Afrikanische Schweinepest ist der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen zufolge im Blut und Gewebe von erkrankten Tieren äußert stabil: Im Blut der Schweine bleibt die Ansteckungsfähigkeit vier Monate erhalten, in Schinken sechs Monate und in gekühltem Fleisch bis zu sechs Jahre.

Die Inkubationszeit bei lebenden infizierten Schweinen beträgt vier bis 19 Tage. Es handelt sich dabei um ein DNA-Virus. Es besitzt ein doppelsträngiges DNA-Genom mit sehr komplexem Aufbau. Das Virus ist in hohen Mengen im Blut der infizierten Tiere und allen bluthaltigen Organen vorhanden, so die österreichische Agentur für Ernährungssicherheit.

Tote Wildschweine sind gefährliche Überträger

Die Kadaver von erkrankten Wildschweinen haben eine große Bedeutung für die Weiterverbreitung in der Wildschweinpopulation. Grund dafür ist dem Deutschen Jagdverband zufolge, dass bereits kleinste Tröpfchen von Körperflüssigkeit, zum Beispiel Blut oder Schweiß, ausreichen, um sich anzustecken. Dies kann über den direkten Kontakt von lebendem und verstorbenem Tier, aber auch durch kontaminierte Flächen geschehen.

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Außerdem ist nicht durcherhitztes Schweinefleisch als Lebensmittel ein großes potenzielles Risiko für die Verschleppung der Seuche. Denn: Gelangt viruslastige Fleisch- oder Wurstware in Kontakt mit Schweinen, können sich diese ebenfalls infizieren und die Krankheit weiterverbreiten.

Kein Fleisch aus dem Ausland einführen, Abfälle geschlossen entsorgen

Um die Verbreitung des Virus einzudämmen, rät die Verbraucherzentrale davon ab, tierische Lebensmittel aus dem (betroffenen) Ausland einzuführen. Speiseabfälle sollten zudem grundsätzlich nicht offen entsorgt werden, weder im Privathaushalt noch an Raststätten, auf Parkplätzen oder in öffentliche Abfallbehälter, da sie von Wildschweinen gefressen werden könnten. Die Abfälle müssen über geschlossene Behälter entsorgt werden. Speise- und Küchenabfälle dürfen nicht an Haus- und Wildschweine und andere Nutztiere verfüttert werden.



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