Studie: Marker im Blut könnte Covid-19-Verlauf vorhersagen

Weltweit versuchen Forscher herauszufinden, inwiefern der Krankheitsverlauf von Covid-19 vorhergesagt werden kann. (Symbolbild)

Weltweit versuchen Forscher herauszufinden, inwiefern der Krankheitsverlauf von Covid-19 vorhergesagt werden kann. (Symbolbild)

München/Hannover. Für Ärzte ist es derzeit nahezu unmöglich, den exakten Verlauf einer Covid-19-Erkrankung bei einem Patienten vorherzusagen – die Verläufe sind zu unterschiedlich. Dabei könnte es hilfreich sein, die Erkrankung so früh wie möglich zu erkennen, um Patienten, denen ein schwerer Krankheitsverlauf droht (beispielsweise Lungenversagen), zu identifizieren und entsprechend zu behandeln. Patienten, die weniger gefährdet sind, könnten auf der Normalstation oder zu Hause bleiben.

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Neue Erkenntnisse liefert nun eine erste Studie von Medizinern des LMU Klinikums München. Das Forscherteam um Tobias Herold und Tobias Weinberger hat herausgefunden, dass bei Patienten mit schwerem Covid-19-Verlauf ein gewisser Botenstoff im Blut erhöht ist. Dieser könnte helfen, die Schwere einer Erkrankung vorherzusehen. Die Studie wurde im “Journal of Allergy and Clinical Immunology” veröffentlicht.

Corona-Hinweis: Forscher identifizieren Botenstoff

Analysiert wurden die Daten von 89 an Covid-19 erkrankten Patienten im Zeitraum vom 29. Februar bis 9. April. 32 von ihnen wurden zeitweise künstlich beatmet. Die Forscher bemerkten, dass alle Patienten erhöhte Werte des Botenstoffs Interleukin-6 (kurz IL-6) aufwiesen – ein Marker für Entzündungen. Laut den Ärzten zeigt der maximale IL-6-Wert den stärksten Zusammenhang mit der Notwendigkeit einer mechanischen Beatmung. Auch der maximale CRP-Wert (C-reaktives Protein) ist demnach häufig ein Indiz für ein späteres Lungenversagen.

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Um den Covid-19-Verlauf vorhersehen zu können, errechneten die Forscher Grenzwerte, ab denen ein schwerer Verlauf zu erwarten sei. Wie aus den Ergebnissen hervorgeht, sagten diese Werte bei 80 Prozent der Patienten den Verlauf korrekt voraus. Dies lege die Möglichkeit nahe, IL-6- oder CRP-Spiegel zu verwenden, um die Eskalation der Behandlung bei Patienten mit Covid-19-assoziiertem hyperinflammatorischen Syndrom zu steuern, schreiben die Mediziner im Fazit der Studie.

Weitere Studien sollen Klarheit bringen

Die Untersuchung sagt jedoch noch nicht konkret aus, ob der Botenstoff lediglich als Marker für die Krankheitsaktivität angesehen werden kann oder ob er auch entscheidend für den Krankheitsverlauf ist. In dem Fall könnte der Marker helfen, Medikamente zu entwickeln. Am LMU Klinikum München läuft derzeit eine Folgestudie, um mehr über diesen Ansatz herauszufinden.

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RND/dale

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