Fortschritte in der Krebsforschung

Studie: Neuer „Lockdown“-Wirkstoff könnte Tumorzellen hemmen

Krebszellen, hier unter dem Elektronenmikroskop, sind Thema des Patienten- und Angehörigen-Forums der UMG in der Alten Mensa.

Bei Krebszellen, hier unter dem Elektronenmikroskop, ist das Zusammenspiel verschiedener Enzyme außer Kontrolle.

Koblenz. Es könnte ein wichtiger Meilenstein in der Medizin sein: Ein Forschungsteam der Universität Konstanz um den Zellbiologen Christof Hauck hat eine neue Substanz entdeckt – einen Hemmstoff, der Tumorzellen unbeweglich macht. Die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen veröffentlichten ihre Ergebnisse Mitte April in der Onlineausgabe des Fachmagazins Cell Chemical Biology.

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Blockade für den Krebs

Die Forschenden erklären das Verfahren so: Alle zellulären Prozesse im menschlichen Körper hängen vom Zusammenspiel zweier Enzymgruppen ab: Dabei sind Proteinphosphatasen die Gegenspieler der Proteinkinasen. Zusammen steuern sie jeden Aspekt des Zellverhaltens – einschließlich Wachstum, Vermehrung, Differenzierung und Migration. Bei einer Krebserkrankung ist dieses Zusammenspiel der verschiedenen Enzyme außer Kontrolle geraten. Es funktioniert nicht mehr „nach Plan“. Metastasen können dann ungehindert in gesundes Gewebe eindringen.

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Die Hoffnung: Streuen von Krebs verhindern

Der nun entdeckte Hemmstoff kann den Forschenden zufolge in Krebszellen ein entscheidendes Enzym ausschalten, das in bösartigen Tumoren oft in großen Mengen vorkommt. Der Hemmstoff klebt sich gewissermaßen an die Krebszellen, sodass diese nicht mehr beweglich sind. Damit würden Metastasen unterdrückt und das Streuen verhindern. Die Forscher gaben dem neuen Hemmstoff den Namen „Lockdown“, weil er die hohe Beweglichkeit von Tumorzellen unterbindet. Das sei eine besondere Eigenschaft.

Ansatz für die Krebsbehandlung denkbar – aber Forschung nötig

Noch ist das aber Grundlagenforschung. „Es mag noch ein ferner Traum sein, aber die Möglichkeit, die Metastasierung von Tumoren zu stoppen, wäre ein wesentlicher Fortschritt“, wird Tanja Grimm, Erstautorin der Studie, in einer Pressemitteilung zitiert. Dies könne gerade in Situationen hilfreich sein, in denen ein Primärtumor zwar entfernt werden konnte, doch „das mögliche Auftreten von Metastasen wie ein Damoklesschwert über den Patienten“ hänge. Der Ansatz soll nun in weiteren Studien erforscht werden. Bis das Wissen in der Krebsbehandlung am Patienten oder der Patientin verwendet werden kann, können allerdings noch Jahre vergehen.

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