Braucht es eine vierte Dosis für alle?

Neue PEI-Daten: Antikörperlevel sinkt sechs Monate nach Corona-Booster „deutlich“

Eine Frau erhält eine Corona-Impfung.

Eine Frau erhält eine Corona-Impfung.

Forschende des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) haben neue Daten zum Schutzlevel nach einer dritten und vierten Auffrischdosis mit dem Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer erhoben. Darin bestätigt sich erneut, dass zwei Impfdosen nicht ausreichend vor einer Omikron-Infektion schützen. Aber auch nach der dritten Impfung, also einer Auffrischung, sinken relevante neutralisierende Antikörper bereits fünf bis sechs Monate später wieder „deutlich“ ab.

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In 36 Prozent der untersuchten Seren seien „keine Omikron-neutralisierenden Antikörper mehr detektiert“ worden, heißt es in einer Mitteilung des PEI. Eine zweite Auffrischimpfung, was einer vierten Dosis entspricht, sorgte hingegen erneut für einen deutlichen Anstieg relevanter Antikörper – bei Omikron wie auch bei Delta. „Unsere Untersuchungen weisen auf die Bedeutung der Auffrischimpfungen mit einem mRNA-Covid-19-Impfstoff für einen hohen Spiegel breit neutralisierender Antikörper gegen die bisherigen Sars-CoV-2-Varianten hin“, wird Eberhard Hildt, Leiter der Abteilung Virologie am PEI, zitiert.

Vierte Corona-Impfung: Bislang keine Empfehlung für alle

Vor diesem Hintergrund steht zur Debatte, ob man vorsorglich alle Menschen mit einem zweiten Booster versorgen sollte, um sich auf erwartbare Infektionswellen im Herbst vorzubereiten. Schweden geht diesen Weg bereits. Dort wird allen Menschen ab 65 Jahren und Risikogruppen sogar schon eine fünfte Corona-Impfung im Herbst empfohlen. Alle anderen Erwachsenen dürften eine vierte Impfung bekommen, wenn sie das wünschten, hieß es.

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Erste politische Pläne gibt es auch in Deutschland. Der Bund hatte Mitte Mai angekündigt, zusätzlichen Corona-Impfstoff für den Herbst zu bestellen und damit auch mehrere mögliche Virusvarianten breiter abdecken zu können. Die Europäische Arzneimittel-Agentur EMA rechnet zudem damit, dass ab September ein auf Omikron angepasster Impfstoff zugelassen werden könnte. Bislang empfiehlt die Ständige Impfkommission (Stiko) aber keine vierte Dosis für alle. Es sei „zu früh“, um die Verwendung einer vierten Dosis von mRNA-Impfstoffen in der Allgemeinbevölkerung in Betracht zu ziehen, heißt es auch in einer EMA-Mitteilung von Anfang April.

Für bestimmte Bevölkerungsgruppen wird die erneute Auffrischung mit den bisherigen Mitteln hierzulande aber bereits empfohlen – seit Februar. Dazu zählen über 70-Jährige, Menschen mit Immunschwäche, Personal in medizinischen und pflegerischen Einrichtungen. Die vierte Impfung senke das Risiko gegen schwere Krankheit im Vergleich zur dritten Dosis um weitere 77 Prozent, resümierte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach zuletzt bei Twitter den Vorteil des weiteren Boosters. „Damit wäre das Risiko auch älterer Menschen sehr gering, schwer zu erkranken.“ Er kritisierte: „Wir nutzen die 4. Impfung zu wenig.“ In der Tat haben erst 18,2 Prozent der über 60-Jährigen eine zweite Auffrischung erhalten, wie aus dem RKI-Impfquotenmonitoring hervorgeht (Stand: 3. Juni).

RND/she

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