Berlinale startet mit Glamour und Politik

Ein Berlinale-Bär-Aufsteller vor den Potsdamer Platz in Berlin.

Ein Berlinale-Bär-Aufsteller vor den Potsdamer Platz in Berlin.

Berlin. Mit der Weltpremiere des Künstlerporträts „Django“ beginnt am Donnerstag (19.30) die 67. Berlinale. Der Film von Etienne Comar handelt vom Schicksal des französischen Jazz-Gitarristen Django Reinhardt und seiner Flucht aus dem von Deutschland besetzten Paris im Jahr 1943.

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Zur Eröffnung des Filmfestivals am Potsdamer Platz werden 1600 Besucher erwartet. Viel Prominenz steht auf Gästeliste, darunter Mario Adorf, Wim Wenders, Henry Hübchen, Tom Tykwer, Iris Berben, Senta Berger, Veronica Ferres, Corinna Harfouch und Christiane Paul.

Drei deutsche Produktionen sind dabei

Moderatorin ist Anke Engelke. Der Fernsehsender 3sat überträgt die Gala live. Im Programm der Internationalen Filmfestspiele Berlin werden elf Tage lang rund 400 Filme aus aller Welt gezeigt. Stars wie Richard Gere, Penélope Cruz, Robert Pattinson, Hugh Jackman und Catherine Deneuve sind angekündigt.

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Im Wettbewerb um die Bären-Trophäen konkurrieren 18 Produktionen, darunter drei aus Deutschland: Volker Schlöndorff ist mit „Rückkehr nach Montauk“ vertreten. Andres Veiel stellt seinen Dokumentarfilm „Beuys“ über den Aktionskünstler Joseph Beuys vor. Thomas Arslan geht mit einem Vater-Sohn-Roadmovie „Helle Nächte“ ins Bären-Rennen.

Präsident der Jury ist der niederländische Regisseur Paul Verhoeven („Elle“, „Basic Instinct“). In der siebenköpfigen Jury sitzen auch die Schauspielerin Julia Jentsch, der isländische Künstler Olafur Eliasson, US-Star Maggie Gyllenhaal und der mexikanische Schauspieler Diego Luna. Sie entscheiden, wer am 18. Februar die Trophäen gewinnt.

Taschenkontrollen für mehr als 300.000 Besucher

Die Berlinale gehört neben Venedig und Cannes zu den großen Filmfestivals der Welt. Berlin gilt als besonders politisch und als Publikumsmagnet. Mehr als 330.000 Tickets wurden 2016 verkauft. Aus Sicherheitsgründen gibt es Taschenkontrollen. Die Gäste dürfen keine Reisekoffer, großen Taschen oder Rucksäcke in die Spielstätten mitbringen.

Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU), deren Haus die diesjährigen Filmfestspiele mit 7,2 Millionen Euro fördert, unterstrich die politische Haltung der Berlinale. „Nicht umsonst setzt sie dabei auf eine Demonstration künstlerischer Vielfalt gegen populistische Einfalt“, erklärte Grütters vorab. Die Geschichte des Jazz-Gitarristen Django Reinhardt erzähle „auch vom Gift des Rassismus und vom Versuch, Kunst als Erfüllungsgehilfin der Politik zu missbrauchen“.

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) sagte: „Neben Glanz und Glamour werden dieses Fest der Cineasten in der Filmmetropole Berlin politische und gesellschaftliche Themen der Innenpolitik und der internationalen Situation prägen. Film als Instrument der Reflexion von Zeitverhältnissen – das hat die Berlinale in der ehemals geteilten Stadt groß gemacht.“

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Seitenhieb für Trump

In der Internationalen Jury ist keine klare Linie über den Umgang mit politischen Botschaften während der Berlinale zu erkennen. „Ich hoffe, dass die Jury-Mitglieder erstmal auf die Qualität der Filme achten - ohne politische Vorurteile“, sagt Jury-Präsident Verhoeven. Der mexikanische Schauspieler Diego Luna ergänzte: „Wir sind nicht dazu da, Botschaften zu senden. Wir sind dazu da, Botschaften zu empfangen.“

US-Schauspielerin Maggie Gyllenhaal verzichtete gleichwohl nicht auf einen Seitenhieb auf den amerikanischen Präsidenten Donald Trump. „Bitte, bitte, Sie sollen alle wissen, dass es bei uns sehr viele gibt, die Widerstand leisten“, sagte sie vor Vertretern der internationalen Medien.

Von dpa/RND/zys

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