„Christopher Robin“: Zurück in Winnie Puuhs Wald

Alte Kumpel: Robin. (Ewan McGregor) und Winnie Pooh.

Alte Kumpel: Robin. (Ewan McGregor) und Winnie Pooh.

Hannover. Erst vor gut zwei Monaten beleuchtete das Drama „Goodbye Christopher Robin“ das Verhältnis zwischen dem Autoren A. A. Milne und seinem Sohn, der in den Geschichten um den Bären Winnie Puuh eine wichtige Rolle spielt.

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Nun legt der Disney-Konzern, bei dem die Rechte an den Figuren liegen, mit einem eigenen „Christopher Robin“-Werk nach. Das orientiert sich weniger an Tatsachen, sondern spinnt Milnes Geschichten in Form eines Live-Action-Films weiter.

Die Story beginnt mit einem Abschied. Für Christopher Robin ist es an der Zeit, seinen Spielgefährten aus dem Hundert-Morgen-Wald Goodbye zu sagen. Der Ernst des Lebens hat ihn als Erwachsenen (Ewan McGregor) im Nachkriegs-London auf einen Posten in einer Kofferfabrik geführt.

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Für seine Familie hat er kaum noch Zeit. Als ihn sein Chef zu Wochenendarbeit verdonnert, müssen seine Frau Evelyn (Hayley Atwell) und seine Tochter Madeline (Bronte Carmichael) ohne ihn ins Landhaus nach Sussex fahren.

Während er in London über unternehmerische Einsparmaßnahmen grübelt, taucht Winnie Puuh bei ihm auf, den er seit 30 Jahren nicht mehr gesehen hat. Schnell will er den etwas tollpatschigen Bären wieder nach Sussex in den magischen Hundert-Morgen-Wald abschieben. Dann jedoch entschließt er sich, ihm bei der Suche nach dessen verschwundenen Freunden zu helfen.

Berückend: Lebendige Plüschtiere mit viel Charme

Worauf die Geschichte hinausläuft, ist schnell durchschaut. Der Workaholic muss ein wenig kindliche Unbeschwertheit zurückerlangen und sich als Vater mehr um seine Tochter kümmern, die er viel zu früh mit Leistungsgedanken geimpft hat.

So weit, so kindgerecht. Zumal auch die Computeranimationen von Winnie Puuh, dem Esel I-Aah, Ferkel, Tigger und den anderen Gesellen aus dem Hundert-Morgen-Wald charmant geraten sind. Sie muten wie lebendige Plüschtiere an.

Problem: Kindliches Publikum trifft auf erwachsene Hauptfigur

Doch Regisseur Marc Forster, der sich in „Wenn Träume fliegen lernen“ schon mit dem „Peter Pan“-Schöpfer J. M. Barrie auseinandersetzte, will sich mit seinem Werk nicht nur an junge Kinobesucher richten. Dafür spricht etwa die – bei allem Humor – tief melancholische Grundstimmung.

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Ob sich Kinder mit der erwachsenen Hauptfigur und ihren Problemen identifizieren können, sei dahingestellt. Christopher Robins Tochter greift erst spät aktiv ins Geschehen ein. So läuft der Regisseur Gefahr, sich zwischen die Stühle zu setzen.

Von Jörg Brandes

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