Das Gift und die Gier

Geißelt die Gier derer, die Pestizide produzieren: Jane Goodall, berühmt für ihre Verhaltensforschung an Menschenaffen.

Geißelt die Gier derer, die Pestizide produzieren: Jane Goodall, berühmt für ihre Verhaltensforschung an Menschenaffen.

Hannover. Schon zwei Mal hat der US-Konzern Monsanto versucht, den Filmemacher zu verklagen. Ohne Erfolg. So redet Bertram Verhaag auch im zehnten Film seiner Gentechnik-Reihe Klartext, fragt nach dem „Code of Survival“ für unseren geschundenen Planeten und liefert Fakten über die globale Zerstörung durch die industrielle Landwirtschaft.

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Krankes Vieh, dessen Fleisch dem Menschen schadet

Eindringlich zeigt er das Resultat von Pestizid-Einsätzen wie Glyphosat mit allen Konsequenzen: vergiftete Böden, resistentes Superunkraut, verseuchtes Getreide und krankes Vieh – dessen Fleisch dem Menschen schadet. Dass der Unternehmensriese Bayer gerade dabei ist, Monsanto zu schlucken, lässt für die Zukunft in Deutschland nichts Gutes erwarten. Dennoch ist der Dokumentarfilmer vom „Ende der Gentechnik“ überzeugt und hofft auf Widerstand.

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Schon die Bilder der Giftspritzung auf den Feldern schockieren. Verhaag entlarvt die Behauptung, Gentechnik sei notwendig, um die Menschheit zu ernähren, als Lüge – lässt aber durchaus auch Befürworter dieser Technik zu Wort kommen. Jane Goodall, berühmt für ihre Verhaltensforschung an Schimpansen, bringt es auf den Punkt, wenn sie die „Gier“ der Firmen geißelt. Schlauer als manche (gekauften?) Wissenschaftler scheinen die Tiere zu sein. Wenn diese zwischen „normalem“ Futter und gentechnisch verändertem wählen können, lassen sie letzteres liegen.

Es geht auch ohne Gift

Der Regisseur berichtet auch von drei nachhaltigen Projekten, die mit unserem Lebensraum schonend umgehen: Die Teeplantage Amboota in Indien beliefert sogar den Buckingham Palace mit Darjeeling-Tee; das Projekt „Sekem“ des alternativen Nobelpreisträgers Ibrahim Abouleish in Ägypten beweist, wie man Wüste in fruchtbaren Boden umwandeln kann; und der bayerische Bio-Schweinezüchter Franz Aunkofer hat seinen Betrieb schon 1980 auf ökologische Landwirtschaft umgestellt und erwirtschaftet so viel wie mit konventionellem Anbau – aber ganz ohne Gift. Der Film macht wütend, aber auch Mut, sich der Gentechnik zu verweigern.

Von Margret Köhler

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