„Katze hinter einem Baum“

Franz-Marc-Bild verlässt das Sprengel Museum Hannover

Hannover. Es gilt seit Jahrzehnten als eines der berühmtesten Kunstwerke Hannovers, nun wird es abgehängt. Anfang kommender Woche verlässt Franc Marcs bekannte „Katze hinter einem Baum“ überraschend das Sprengel Museum.

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Das 1910 entstandene Bild eines niedlichen Kätzchens mit fuchsrotem Fell, das hinter einem Baum schlummert, hing viele Jahre als Dauerleihgabe der Nord/LB im Museum. Ende 2008 wurde es nach aufwendigen Herkunftsermittlungen an die Erben des jüdischen Vorbesitzers zurückerstattet. Das berühmte Bild konnte aber weiter im Museum bleiben, wo es 2009 zu den Glanzstücken der Ausstellung „Marc, Macke, Delaunay. Die Schönheit einer zerbrechenden Welt“ zählte. Nun sei der Dauerleihvertrag mit den Besitzern ausgelaufen, hieß es am Donnerstag aus dem Museum. Die Erbengemeinschaft, an die das Bild zurückgegeben worden war, ließ mitteilen: „Trotz intensiver Verhandlungen ist es unter den derzeitigen finanziellen Gegebenheiten nicht möglich gewesen, dass das Werk dauerhaft in Hannover verbleibt.“

Tatsächlich hat es hinter den Kulissen Verhandlungen über einen Ankauf des Bildes gegeben, wie Museumschef Ulrich Krempel am Donnerstag bestätigte. „Die Besitzer haben uns ein sehr entgegenkommendes Angebot gemacht.“ Es sei jedoch „nicht gelungen, ausreichend Sponsorengeld für den Ankauf zu akquirieren.Die Rückgabe des Katzenbildes geschieht laut Krempel „einvernehmlich“. Die Besitzer des Bildes seien inzwischen „gute Freunde“ des Sprengel Museums. Sie interessierten sich sehr für Kunst. „Wir sind stolz, sie in unserem Portefeuille zu haben“, sagte Krempel. Ihre Identität aber will der Museumsdirektor nicht preisgeben.

Diese ist aber kein Geheimnis: Es handelt sich um die Erben des jüdischen Schuhfabrikanten und Kunstsammlers Alfred Hess (1879–1931). Dessen 1944 geborene Enkelin ist die Londoner Journalistin und politische Aktivistin Anita E. Halpin. Darüber, wo das Katzenbild hingebracht wird und ob es versteigert werden soll, machen die Erben keine Angaben. Es wäre nicht die erste Versteigerung dieser Art: Im Jahr 2006 gerieten die Hess-Erben mit Kirchners „Berliner Straßenszene“ in die Schlagzeilen, die ihnen nach der Rückgabe durch den Berliner Senat im Auktionshandel 30 Millionen Euro einbrachte.

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Marcs Katzenbild kam 1936 nach Hannover. Es wurde damals in der Kestnergesellschaft gezeigt und dann für die Pelikan-Kunstsammlung erworben. Die Erwerbsgeschichte ist unklar, deswegen wurde das Bild restituiert.
Das Sprengel Museum lädt an diesem Wochenende alle Liebhaber des Kätzchens dazu ein, von ihm Abschied zu nehmen. Am Sonnabend um 15 Uhr spricht Sprengel-Chef Krempel über das expressionistische Werk und am Sonntag, ebenfalls um 15 Uhr, die Kuratorin Isabelle Schwarz.

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