Projekt in der Hafencity

Eine neue Oper für Hamburg? Hoffen auf Schenkung von Milliardär Kühne

Ein Mann fährt mit einem Elektro-Tretroller am Gebäude der alten Hamburger Staatsoper vorbei.

Ein Mann fährt mit einem Elektro-Tretroller am Gebäude der alten Hamburger Staatsoper vorbei.

Hamburg. Angesichts von Plänen des Unternehmers und Milliardärs Klaus-Michael Kühne zum Bau einer neuen Oper in Hamburg hofft die Stadt auf eine Schenkung. „Der Erste Bürgermeister und der Kultursenator kennen die Idee von Herrn Kühne, ein neues Opernhaus zu bauen“, sagte Senatssprecher Marcel Schweitzer am Samstag der Deutschen Presse-Agentur. Sie hätten aber klar zum Ausdruck gebracht, dass ein Mietkaufmodell im Rahmen einer Kooperation mit dem österreichischen Investor René Benko für den Senat nicht in Frage komme. „Eine Schenkung durch Herrn Kühne beziehungsweise seine Stiftung nach dem Vorbild der Kopenhagener Oper wäre dagegen ein bemerkenswertes mäzenatisches Engagement.“

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In dem Fall würde die Stadt die Bereitstellung und Erschließung eines geeigneten Grundstücks sowie die Verlagerung des Opernbetriebs an den neuen Standort prüfen, sagte Schweitzer.

Kritik an Hamburger Staatsoper

Kühne hatte im Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ von seinen Plänen berichtet und zugleich Kritik an der Staatsoper Hamburg geäußert. Demnach halte er das Opernhaus am Gänsemarkt für asbestverseucht und die Akustik für mangelhaft. Dem Haus fehle es an Strahlkraft. Hamburg habe Besseres verdient. „Dazu möchte ich gern einen Beitrag leisten“, sagte Kühne dem „Spiegel“.

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Dem Bericht zufolge erarbeitet er bereits mit Benko ein Finanzierungskonzept für einen bis zu 400 Millionen Euro teuren Opernneubau in der Hafencity. Kühne habe sich für den Abriss des alten Opernhauses ausgesprochen, um dort ein modernes Immobilienprojekt entwickeln zu können. „Dann könnten wir zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen“, sagte er dem Magazin.

Kühnes Partner bei den Neubauplänen, der österreichische Milliardär Benko, ist mit seiner Signa-Holding bereits dabei, ein anderes Immobilien-Großprojekt in der Hafencity zu realisieren: den geplanten Elbtower, der mit 245 Metern einmal Hamburgs höchstes Gebäude werden soll. Die Baugenehmigung für das Projekt ist erteilt, der Baustart ist Ende dieses Jahres geplant, die Fertigstellung 2025. Zum Portfolio der Signa Real Estate gehören in der Hansestadt zudem die Alsterarkaden, das Luxuskaufhaus Alsterhaus, das Kaufmannshaus sowie die geplante neue Gänsemarktpassage. Bundesweit bekannt wurde Benko auch als Eigentümer der Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof. Ein Signa-Sprecher war am Wochenende nicht erreichbar.

Skepsis im Senat

Im Senat sieht man die Opern-Pläne kritisch. „Das bisherige Gebäude der Staatsoper ist nicht nur traditionsreich, sondern für Musiktheater nach wie vor hoch attraktiv“, sagte Schweitzer. „Es könnte dann für andere Zwecke genutzt werden, würde aber auf jeden Fall erhalten bleiben, weil es unter Denkmalschutz steht und die lange Hamburger Operngeschichte am Dammtor repräsentiert.“

Das Hamburger Opernhaus blickt auf eine über 300-jährige Geschichte zurück. Der aktuelle Bau nach Plänen Gerhard Webers wurde 1955 fertiggestellt.

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Dem „Spiegel“ sagte der in der Schweiz lebende Logistik-Unternehmer Kühne (Kühne+Nagel), der unter anderem Anteile am Fußball-Zweitligisten HSV, an der Reederei Hapag-Lloyd und der Lufthansa hält, dass die Reaktionen der Stadt auf seine Pläne bislang verhalten seien. Kultursenator Carsten Brosda stehe dem Projekt offen gegenüber, Bürgermeister Peter Tschentscher (beide SPD) sei eher zurückhaltend. Zuletzt habe jedoch ein „nützliches Gespräch stattgefunden“.

RND/dpa

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