Ole Bornedal lässt Dänen vom Morden träumen

Ein Gebeutelter: Wurde hier jemand um die Ecke gebracht? Szene aus der skurrilen dänischen Komödie „Small Town Killers“.

Ein Gebeutelter: Wurde hier jemand um die Ecke gebracht? Szene aus der skurrilen dänischen Komödie „Small Town Killers“.

Hannover. Dänen lügen nicht. Und haben offenbar auch ein gutes Gespür für Filme. In ihrer dänischen Heimat war die schwarzhumorige Komödie „Small Town Killers“ allerdings kein Erfolg, obwohl die Voraussetzungen dafür bestens waren. So spielen in dem Film namhafte dänische Schauspieler wie Ulrich Thomsen („Das Fest“) oder Nicolas Bro („Nymphomaniac“). Dem Regisseur und Drehbuchautor Ole Bornedal gelang bereits 1994 mit „Nightwatch – Nachtwache“ ein internationaler Überraschungserfolg. Und die Grundidee des Films ist durchaus witzig.

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Eine unblutige Scheidung wäre viel zu teuer

Es geht um zwei total frustrierte Ehemänner (Thomsen, Bro), die in der jütländischen Kleinstadt Nibe als Handwerker leben und arbeiten. Ihre Ehen sind nach all den Jahren kaputt, man hat sich nichts mehr zu sagen und an Sex ist überhaupt nicht zu denken. Da eine Scheidung allerdings viel zu teuer käme, engagieren die zwei im Suff übers Internet einen Auftragskiller, der das Problem billiger aus der Welt schaffen soll.

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Kurz danach trifft Igor (Marcin Dorocinski), der russische Killer, bereits ein und lässt sich von den beiden, die das alles inzwischen bereuen, auch nicht mehr stoppen. Schon bald allerdings erfahren Gritt (Mia Lyhne) und Ingrid (Lene Maria Christensen) von dem mörderischen Plan ihrer Gatten und engagieren ihrerseits eine Killerin. Und das vermeintlich tödliche Beziehungschaos scheint perfekt.

Die Mordgesell(inn)en machen auf Ehetherapie

Doch ganz so schlimm kommt es nicht. Denn in dem Film übernehmen die bezahlten Killer gleichsam die Rolle von unfreiwilligen Ehetherapeuten, was ja durchaus spaßig ist. Aber leider entwickelt der Regisseur den komischen Ehrgeiz, rekordverdächtig politisch-inkorrekt zu sein. So werden Minderheiten fast jeder Couleur so heftig durch den Kakao gezogen und dabei die dümmlichsten Klischees so heftig benutzt und bedient, dass man bald die Lust an dieser zwar anfangs lustigen, dann doch nur noch flachsinnigen Gag-Parade verliert. Schade.

Von Ernst Corinth/RND

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