Kultur /<wbr> Ausstellung im Busch-Museum

Uwe übt

Kleine Königin, wachsamer Hofstaat: Nikolaus Heidelbachs Illustrationen, die den Betrachter gern zum Interpretieren einladen, sind im Wilhelm-Busch-Museum zu sehen.

Kleine Königin, wachsamer Hofstaat: Nikolaus Heidelbachs Illustrationen, die den Betrachter gern zum Interpretieren einladen, sind im Wilhelm-Busch-Museum zu sehen.

Von Uwe Janssen

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So ist das mit der ganzen Geschichte, die das Bilderbuch mit dem Jungen auf dem Cover erzählt. Der Band heißt „Wenn ich groß bin, werde ich Seehund“, und am Ende ist die Mutter weg und das geheimnisvolle Robbenfell auch. Das Meer ist noch da, ab und an liegen zwei frische Makrelen auf dem großen Stein am Strand. Und der kindliche Icherzähler sagt: „Ich glaube, Mama kommt nicht zurück.“ Aufgelöst wird die Sache nicht, aber das ist auch typisch für Nikolaus Heidelbach, der den Betrachter seiner Bilder gern zum Interpretieren einlädt. Ratsam ist es dabei, auf jedes Detail zu achten. Es könnte wichtig sein.

Wer sich die große Heidelbach-Schau im Wilhelm-Busch-Museum nun anschaut, wird sich von dieser Detailverliebtheit überzeugen können, sowohl inhaltlich als auch zeichnerisch. Kein Illustrator widmet sich beispielsweise so akribisch Tapetenmustern wie der 1955 geborene Kölner Heidelbach.

Auch den Sensenmann lässt er auf seine Kinder los, zum Beispiel als totenköpfigen Spielkameraden „Mein Freund Heinrich“. Und in den ebenfalls alphabetisch geordneten Serien „Was machen die Mädchen?“ und „Was machen die Jungs?“ pumpt unter dem Buchstaben „u“ ein Mädchen unter dem lapidaren Titel „Ulrike geht zum Maskenball“ einen Elefanten auf. Bei den Jungs liegt einer neben zwei Gräbern. Titel: „Uwe übt.“

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Nikolaus Heidelbach hat für seine Bücher viele Auszeichnungen bekommen, zuletzt für die tatsächliche Kindergeschichte „Königin Gisela“, die auch in der Ausstellung zu sehen ist. Dass solche anrührenden Blätter direkt neben Heidelbachs düsteren Illustrationen von Kafka-Texten hängen, erhöht den Reiz der Schau, deren wundersame Tiefe und beißende Ironie sich oft erst auf den zweiten Blick erschließt – dann aber umso faszinierender.

Bis zum 4. März.

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