Volker Spengler ist tot: Fassbinder-Schauspieler und Theaterstar stirbt mit 80 Jahren

ARCHIV - 21.09.1999, Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf: Der Schauspieler Volker Spengler (als Gustaf Gründgens) lässt sich bei der Fotoprobe zur Uraufführung des Schauspiels "Alles Theater" im Kleinen Haus des Schauspielhauses ankleiden, während sich seine zukünftige Gattin (Daniela Kiefer als Erika Mann) und ihr Bruder (Steffi Krautz als Klaus Mann) innig küssen. Der mit der Hauptrolle im Fassbinder-Film «In einem Jahr mit 13 Monden» bekannt gewordene Schauspieler Volker Spengler ist tot. Er starb am Samstag im Alter von 80 Jahren in Berlin, wie seine engen Freunde, der Filmemacher Wieland Schulz-Keil und der Hörspielmacher Paul Plamper, der Deutschen Presse-Agentur mitteilten. Foto: Achim Scheidemann/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

ARCHIV - 21.09.1999, Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf: Der Schauspieler Volker Spengler (als Gustaf Gründgens) lässt sich bei der Fotoprobe zur Uraufführung des Schauspiels "Alles Theater" im Kleinen Haus des Schauspielhauses ankleiden, während sich seine zukünftige Gattin (Daniela Kiefer als Erika Mann) und ihr Bruder (Steffi Krautz als Klaus Mann) innig küssen. Der mit der Hauptrolle im Fassbinder-Film «In einem Jahr mit 13 Monden» bekannt gewordene Schauspieler Volker Spengler ist tot. Er starb am Samstag im Alter von 80 Jahren in Berlin, wie seine engen Freunde, der Filmemacher Wieland Schulz-Keil und der Hörspielmacher Paul Plamper, der Deutschen Presse-Agentur mitteilten. Foto: Achim Scheidemann/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Berlin. Der mit seiner Hauptrolle im Fassbinder-Film "In einem Jahr mit 13 Monden" bekannt gewordene Schauspieler Volker Spengler ist tot. Er starb am Samstagvormittag im Alter von 80 Jahren in Berlin, wie die Deutsche Presse-Agentur aus seinem engen Freundeskreis erfuhr. Spengler wäre am 16. Februar 81 geworden.

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Bei dem 2010 gestorbenen Regisseur Christoph Schlingensief gehörte Spengler in einigen Werken zum Ensemble, darunter in Filmen wie "Das deutsche Kettensägenmassaker", "100 Jahre Adolf Hitler – Die letzte Stunde im Führerbunker" und "Die 120 Tage von Bottrop" sowie bei Theateraufführungen an der Berliner Volksbühne wie "Rosebud".

Volker Spengler: Berühmt für die Rolle eines Transsexuellen

Berühmt geworden war der gebürtige Bremer Spengler aber mit seiner Rolle als Transsexuelle Elvira Weishaupt in dem Film "In einem Jahr mit 13 Monden" von Rainer Werner Fassbinder (1945-1982). In dem Drama aus dem Jahr 1978, in dem sich Erwin zu Elvira operieren lässt und dann stirbt, war Spengler an der Seite von Kolleginnen wie Ingrid Caven, Elisabeth Trissenaar und Eva Mattes zu sehen.

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Auch in Fassbinder-Filmen wie "Satansbraten", "Die Sehnsucht der Veronika Voss", "Chinesisches Roulette", "Die dritte Generation", "Die Ehe der Maria Braun" sowie in der TV-Miniserie "Berlin Alexanderplatz" wirkte Spengler mit.

In der Romanverfilmung "Der Unhold" von Volker Schlöndorff war er 1996 furchteinflößend an der Seite von Gottfried John und John Malkovich als Nazi-Politiker Hermann Göring besetzt.

Volker Spengler: "erratisch einzigartig"

In seiner jahrzehntelangen Bühnenkarriere arbeitete Spengler mit vielen Theater-Regiestars wie Peter Palitzsch, Frank Castorf und René Pollesch zusammen. In Heiner Müllers letzter Inszenierung, dem Brecht-Stück "Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui", stand der schwergewichtige Spengler unter anderem neben Martin Wuttke auf der Bühne des Berliner Ensembles.

Spengler soll schon als 14-jähriger Anfang der 50er Jahre zur See gefahren sein und später eine Kaufmannslehre gemacht haben, bevor er in Salzburg und am Wiener Max-Reinhardt-Seminar Schauspiel studierte. Seine frühe Laufbahn führte ihn mit Prominenten wie dem Komiker Heinz Erhardt und dem Regisseur Fritz Kortner zusammen.

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Mitte der 70er Jahre stieß er zum Fassbinder-Clan mit Schauspielern wie Margit Carstensen, Irm Hermann, Brigitte Mira und Kurt Raab.

"Die Welt" schrieb vor elf Jahren zu Spenglers 70. Geburtstag: "Auf der Bühne war er erratisch einzigartig, virtuos in seiner trockenen (scheinbaren) Nichtschauspielerei. Im Leben verbarg er die eigene Verletzlichkeit hinter einer provozierenden Art, die sich manches von der psychologischen Kriegskunst Fassbinders abgeschaut hatte."

RND/dpa

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