In Porta Westfalica fliegen mehrere Papageien umher

Dieser Paradiesvogel wurde in Holzhausen gesehen.

Dieser Paradiesvogel wurde in Holzhausen gesehen.

Kleinenbremen. Ein nicht alltäglicher Gast hat es sich am Donnerstagmorgen in einem Haus in Kleinenbremen gemütlich gemacht. Ein sogenannter Rosella-Sittich, eine Papageienart, flog plötzlich durch ein geöffnetes Fenster in das Wohnhaus.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Anwohner der Straße Am Winkel beobachten das Tier bereits seit gut einer Woche in dem Wohngebiet, berichtet eine Anwohnerin. Das rote Tier sei hübsch und halte sich vor allem auf Bäumen oder auch mal an der Balkonbrüstung auf, beschreibt die Frau ihre Beobachtungen.

„Er singt sehr viel“

Manche hätten den Klein-Papagei bereits auf Video aufgenommen. Unterernährt hingegen wirke der Vogel nicht. „Er singt sehr viel“, erzählt die Kleinenbremerin. Gesprochen habe er aber noch nicht.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Sie sei ratlos, was man als Anwohner in solchen Momenten unternehmen könne. Denn einfangen lasse sich das Tier nicht so leicht. „Er wirkt nicht gerade zahm“, weiß die Frau aus Erfahrungen. Als sie sich nähern wollte, sei er weggeflogen.

Wer derzeit die Facebook-Gruppe „Porta Westfalica – meine Heimat“ aufmerksam verfolgt, der weiß: In Porta fliegen derzeit offenbar mehrere Papageien und Sittiche unfreiwillig in freier Wildbahn umher. Neben dem Tier in Kleinenbremen ist auch ein roter Tier im Bereich Memeler Straße in Holzhausen entdeckt worden. Fotos zeugen davon, wie das Tier auf einem Baugerüst sitzt.

In Eisbergen ist ein Graupapagei entflogen, wie dessen Besitzerin in der Gruppe mitteilt. Ob die „aufdringlichen Vogelpfeifgeräusche“, die ein anderer vom Dach des E-Centers in Barkhausen gehört haben will, von einem dieser Vögel stammt, ist indes unklar. Denn eine Sichtung hat es in Barkhausen, anders als in den anderen Orten, nicht gegeben.

In Porta ist also der Vogel los. Doch was kann man tun, wenn man einen solchen in der freien Wildbahn eher selten Vogel sieht? Die Bochumerin Sandra Splittgerber kennt sich damit bestens aus. Seit acht Jahren ist sie nebenberuflich als Papageienretterin unterwegs, gehört zum Papageienpark in Bochum und hat die Plattform „Papageienrettung Freeflight“ ins Leben gerufen.

Wir suchen derzeit hunderte Papageien in ganz Deutschland.

Sandra Splittgerber (Papageienrettung Freeflight)

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

„Wir suchen derzeit hunderte Papageien in ganz Deutschland“, erzählt die Tierretterin. Rosella-Sittiche, wie der in Kleinenbremen, seien eher scheu. Sie arbeite dann mit Lockvögeln – und zwar im buchstäblichen Sinne. „Am besten ist es, sich einen zweiten Rosella-Sittich zu besorgen“, sagt sie. Entweder, wenn sowieso ein Partnertier zu Hause lebe. Oder aber man ruft im örtlichen Tierheim an.

„Da sitzt eigentlich immer einer.“ Dann brauche man noch zwei Transportkäfige. „In den einen kommt der Lockvogel, in den anderen sollte man viel Futter wie Sonnenblumenkerne und angebissene Äpfel packen.“ Wichtig sei, dass die Käfigtür offen bleibe und mit einem langen Band versehen werde. „Wenn der Vogel mit beiden Beinen im Käfig ist, kann man die Tür über das Bändchen zufallen lassen.“ Zuvor helfe es, eine Futterstelle einzurichten.

Ganze Erdnüsse in Schalen als Lockmittel

Einfacher sei es bei Graupapageien. „Die sind sehr zahm, da kann man selbst Lockvogel spielen.“ Sandra Splittgerber empfiehlt, sich ganze Erdnüsse in Schalen zu besorgen, wenn man wisse, wo der Vogel sich aufhält. „Und dann einfach in der Nähe des Vogels die Erdnüsse knacken und lautstark essen.“ Dann komme das Tier von ganz allein.

Denn: „Graupapageien haben einen starken Futterneid. Den kann man ausnutzen.“ Schlecht sei es übrigens, zu versuchen, die Vögel mit Keschern zu fangen. „Das geht eigentlich immer schief, und das merken sich die Papageien auch. Man hat nur eine Chance.“

Und warum fliegen überhaupt so viele Papageien in Deutschland frei herum? „Klar, manchmal passiert es aus Versehen. Aber einige Besitzer lassen die Tür auch absichtlich auf, weil der Vogel ihnen irgendwann zu laut wird“, sagt Sandra Splittgerber.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Im Sommer haben die Vögel eine relativ gute Chance, zu überleben. Im Winter ist das schon schwieriger. mt

Mehr aus Hameln-Pyrmont

 
 
 
 
 
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Letzte Meldungen