Bündnis „Seebrücke“

1000 Menschen protestieren gegen die Abschottung Europas

Rund 1000 Menschen haben in der Innenstadt gegen die Abschottung Europas demonstriert.

Rund 1000 Menschen haben in der Innenstadt gegen die Abschottung Europas demonstriert.

Hannover. Deutlich mehr Menschen als vom Bündnis „Seebrücke“ erwartet haben am Sonnabendnachmittag in Hannovers Innenstadt gegen die europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik protestiert. Statt der prognostizierten 250 Teilnehmer kamen im Laufe des Demo-Zuges laut Polizei etwa 1000 Teilnehmer, die Organisatoren sprechen sogar von 2000 Menschen.

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„Seebrücke“ ist eine loser Zusammenschluss von politischen Parteien und zivilgesellschaftlichen Verbänden und Organisationen, die am Sonnabend in mehreren deutschen Städten zu Kundgebungen aufgerufen hatten. Laut der Koordinatoren in Berlin kamen bundesweit 12.000 Menschen zu den Demonstrationen.

Initiator der ersten hannoverschen Demo unter diesem Motto war Paul Herbert. Er hatte die Veranstaltung eine Woche zuvor mit dem Namen „Das ist der Gipfel“ angemeldet. Anlass war der EU-Gipfel und die dort beschlossene Verschärfung der Flüchtlingspolitik. „Wir wollen ein Zeichen gegen die Abschottungspolitik setzen“, sagte er. „Es werden keine humanitären Lösungen diskutiert. Das wollen wir ändern.“

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Auch Anne Kura und Liam Harrold von den Grünen hatten sich dem Protestzug angeschlossen. Die Landesvorsitzende und der Regionsvorstand wollten ebenfalls ein Zeichen gegen die Abschottung setzen. „Die ’Seebrücke’ ist wichtig, um auch in der parlamentarischen Sommerpause zu zeigen, dass es eine aktive Bewegung gibt“, sagte Kura. Sowohl Initiator Herbert, wie auch Lerrold und Kura können sich vorstellen, auch in Zukunft Kundgebungen für die „Seebrücke“ zu organisieren. Termine für weitere Demos gibt es allerdings noch nicht.

„Sommer, Sonne, Massensterben“

Die 49-jährige Demo-Teilnehmerin Astrid Kaspers war mit einem Schild mit der Aufschrift „Sommer, Sonne, Massensterben“ zum Opernplatz gekommen. „Ganz viele Menschen genießen gerade ihren Urlaub am Mittelmeer“, sagte sie. „Dort werden täglich tote Flüchtlinge angeschwemmt. Das finde ich mehr als gruselig.“ Zuletzt hatten Mittelmeer-Staaten, wie Italien, Spanien und Malta Rettungsschiffe abgewiesen, auf denen sich in Seenot gerettete Flüchtlinge befanden

Die Kundgebung führte vom Opernplatz über den Bahnhofsvorplatz zum Steintor. An der Marktkirche gab es eine Abschlusskundgebung. Laut Polizei verlief die Demo friedlich.

Von Manuel Behrens

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