96-Fan-Folklore

Ärger um „verbotene Stadt“

Schon früher ist der Braunschweiger Platz von Hannover-96-Fans „umbenannt“ worden.

Ein Mitarbeiter der Stadtverwaltung hat den „Braunschweiger Platz“ nicht beim Namen genannt.

Hannover . Vor einer Woche hatte Katuscia De Min bei der Stadt einen Fanmarsch von Anhängern der Hannover Scorpions beantragt. Die junge Frau wollte mit Fans des Eishockeyteams vom Hauptbahnhof durch die Stadt bis zum Stadion laufen. Die Genehmigung dafür bekam sie schon zwei Tage später. „Als ich die Mail öffnete, ist mir zunächst einmal nichts aufgefallen“, sagt De Min. In der Genehmigung zählt der Verwaltungsangestellte noch einmal alle für den Marsch vorgesehenen Straßen auf. Doch anstatt den Braunschweiger Platz beim Namen zu nennen – dort ist ein kurzer Halt geplant – schreibt er „Zwischenstopp am Platz der verbotenen Stadt“.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Lesen Sie alles zum Spiel von Hannover 96 gegen Eintracht Braunschweig am 8. November in einem Spezial-Dossier.

„Die Stadtverwaltung bedauert das Fehlverhalten des Mitarbeiters außerordentlich“, sagt Sprecher Udo Möller und betont, dass das Schreiben ohne Abstimmung mit der Behörde verfasst worden sei. Auch Oberbürgermeister Stefan Schostok (SPD) ist der Vorfall wenige Tage vor dem Derby extrem unangenehm. Direkt nach dem Bekanntwerden des Briefes rief er seinen Braunschweiger Amtskollegen Gert Hoffmann (CDU) an und entschuldigte sich für das Verhalten seines Mitarbeiters.

Der Braunschweiger Oberbürgermeister nahm die Sache gelassen. „Ich habe mich für den Anruf bedankt, den ich als Zeichen unserer guten, auch persönlich guten, Beziehung sehe“, so Hoffmann. „Ich habe Herrn Schostok auch gesagt, dass ich der Sache keine größere Bedeutung beimesse.“

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Fan-Patrouillen am Stadion

Anhänger von Hannover 96 organisieren offenbar seit Längerem schon nächtliche Patrouillen um die HDI-Arena. Zweck der Streife: Die Vereinsanhänger haben offenbar Angst, dass Fans des Rivalen Eintracht Braunschweig vor dem Derby am Freitag Graffiti an das Stadion sprühen könnten. Erst in der Nacht zu Sonntag griff die Polizei fünf Fans im Bereich der HDI Arena auf, die Passanten kontrollierten, um herauszufinden, ob es sich bei ihnen um Eintracht-Fans handelte. Zwei der Männer hatten aus Versehen Zivilbeamte angesprochen und einen von ihnen sogar geohrfeigt.
„Wir wissen seit etwa einer Wochen von diesen Kontrollen“, sagte am Montag Stadionchef Thorsten Meier. „Es kann sein, dass sich kurz vor dem Derby der eine oder andere Fan dazu berufen fühlt, auf das Stadion aufzupassen.“ Meier erklärte sich das Verhalten der 96-Anhänger damit, dass erst vor ein paar Wochen die denkmalgeschützte Mosaikwand am Südeingang von Braunschweig-Fans mit Farbe besprüht wurde. „Es gab aber auch schon ähnliche Aktionen von 96-Fans in Braunschweig“, räumte Meier ein. Der 96-Fanbeauftragte Johannes Seidel betonte aber, dass der Verein immer wieder an die Fans appelliere, sich im Bezug auf das Spiel friedlich zu verhalten. „Die Stimmung ist durchweg positiv“, so Seidel. „Alle freuen sich auf das Derby.“
Dennoch geht die Angst vor Schmierereien der gegnerischen Fangruppen soweit, dass gestern in 96-Fanforen schon über neue Graffiti spekuliert wurde, die Braunschweig-Anhänger in der Nacht zu Montag an die HDI-Arena gesprüht haben sollen. „Das kann ich derzeit nicht bestätigen“, sagte 96-Sprecher Alex Jacob gestern Abend. Auch bei der Polizei lagen zu diesem Zeitpunkt keine neuen Erkenntnisse über Schmierereien am Stadion vor.

jki

Mehr aus Hannover

 
 
 
 
 
Anzeige
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Letzte Meldungen

 
 
 
 
 
 
 
 
 

Spiele entdecken