Isernhagen

Anwohner wollen keinen Busstopp vor der Tür

Bewohner mehrerer Mehrfamilienhäuser an der Bothfelder Straße wehren sich gegen eine Bushaltestelle vor ihren Türen.

Bewohner mehrerer Mehrfamilienhäuser an der Bothfelder Straße wehren sich gegen eine Bushaltestelle vor ihren Türen.

Altwarmbüchen. Gegen Teile der Pläne für den Umbau des Altwarmbüchener Zentrums regt sich Protest. Mehrere Dutzend Bewohner der Mehrfamilienhäuser neben dem Restaurant Tandur wehren sich dagegen, dass die Linienbusse künftig vor ihren Türen halten.

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Die Stadtplaner möchten die Bushaltestellen ein Stück weit aus dem Zentrum verlegen

Die Stadtplaner möchten die Bushaltestellen ein Stück weit aus dem Zentrum verlegen.

Aus Sicht des beauftragten Planungsbüros gehören die Bushaltestellen nicht wie bislang in die Mitte des Zentrums: „Die ÖPNV-Haltestellen werden an den Anfang des Zentrums in Fahrtrichtung gelegt, um eine Durchfahrt ohne unnötige Haltephase im zentralen Bereich zu gewährleisten“, heißt es dazu im städtebaulichen Entwurf, den der Rat 2017 beschlossen hat. An anderer Stelle ist auch noch von einem Nebeneffekt die Rede: „Durch die Lage an beiden jeweiligen Anfängen des Zentrums wird zudem eine notwendige Belebung durch die neuen Laufwege erzeugt.“ Anders ausgedrückt: Für vollere Bürgersteige im Zentrum sollen die Menschen weiter zu den Bushaltestellen gehen.

Dass die Busse in Fahrtrichtung Hannoversche Straße deshalb künftig möglicherweise vor den Mehrfamilienhäusern Bothfelder Straße 37/39/41/43 halten sollen, lehnen viele der Bewohner rundherum ab. „Unzumutbar“, findet das eine ältere Frau, während ein Nachbar einen Wertverlust seiner Wohnung von „etwa 10 Prozent“ vermutet, sollte es so kommen. „Wo bleiben dann unsere Autos?“, fragt ein Dritter – nach 18 Uhr finde man schon jetzt keinen freien Parkplatz mehr, stimmt ihm ein jüngerer Mann zu. „Ich kann bei dem Lärm doch jetzt schon kaum schlafen“, bringt eine ältere Frau ein weiteres Argumente vor.

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Ihre Ablehnung haben die Bewohner der Mehrfamilienhäuser Altwarmbüchens Ortsbürgermeister Philipp Neeesen auch schon in schriftlicher Form zukommen lassen –garniert mit 50 Unterschriften, denen weitere folgen sollen. In ihrem Schreiben argumentieren die Bewohner damit, dass nicht nur das An- und Abfahren der Busse von fünf Linien erheblichen Lärm verursache, sondern auch Jugendliche und andere, die die Bushaltestelle im Zentrum schon jetzt als Aufenthaltsbereich und zum Trinken von Alkohol nutzten. Sie sehen vor allem deshalb Konfliktpotenzial, weil die Schlafzimmer ihrer Häuser zur Bothfelder Straße hin liegen. Zudem fürchten die Hausbewohner, dass für die Bushaltestelle mehrere Parkplätze wegfallen werden. Gerade ältere Bewohner könnten mit ihren Einkäufen dann nicht mehr vor dem Haus parken.

„Die Kritik nehmen wir sehr ernst“, sicherte Ortsbürgermeister Neessen am Montag auf Nachfrage zu. Er hat das Schreiben zwischenzeitlich an die Gemeindeverwaltung weitergereicht. Neessen verweist darauf, dass der städtebauliche Entwurf insgesamt drei Varianten für die Verlegung der südlichen Bushaltestelle enthält. In der von den Planern präferierten und auch einer weiteren Variante ist die Bushaltestelle vor den besagten Mehrfamilienhäusern vorgesehen, in der dritten noch ein Stück weiter weg vom Zentrum gegenüber der Füllenfeldstraße.

Welche Variante es letztlich werden soll, das wird im Oktober zunächst wieder hinter verschlossenen Türen in der Zentrums-AG besprochen. Dort geht es dann auch insgesamt um den Entwurf der Tiefbauplanung für den ersten Bauabschnitt, an dem ein Planungsbüro aus Hannover seit längerem arbeitet. Öffentlich gemacht werde diese detaillierteren Pläne dann erst anschließend in einer gemeinsamen Sitzung von Ortsrat und Planungsausschuss, die noch nicht terminiert ist.

Für den Umbau des Zentrums sind bislang rund 1,52 Millionen Euro an Förderung bewilligt worden. Ausgegeben für Planungen hat die Gemeinde bis dato 248.000 Euro. Gebaut werden wird in diesem Jahr aber nicht mehr. „Voraussichtlich 2019“ begännen die Bauarbeiten, so die Gemeindeverwaltung.

Von Frank Walter

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