Trotz Protest

Auflösung der BBS 6 ist beschlossen

Die Regionsversammlung tagte am Dienstag – und beschloss die Auflösung der BBS 6.

Die Regionsversammlung tagte am Dienstag – und beschloss die Auflösung der BBS 6.

Hannover. Die Entscheidung fiel, obwohl zahlreiche Kfz-Betriebe sowie das Schwergewicht Volkswagen Nutzfahrzeuge mit rund 600 Azubis in den vergangenen Wochen ihr Veto eingelegt hatten.  Vormittags hatte es im Schulausschuss der Region in der Multimedia-BBS an der Expo-Plaza noch einmal eine heftige Debatte um die geplanten umfangreichen Änderungen an den Berufsschulen gegeben. Robert Wiesemann, Karosseriebau-Auszubildender aus Hildesheim, kritisierte, dass der künftige Weg nach Burgdorf für viele Azubis höhere Fahrtkosten mit sich bringe. „Für manche von uns ist das fast existenzbedrohend.“ DGB-Repräsentant Steffen Holz nannte es eine „Zumutung für die Schüler“. Ulf-Birger Franz, Regionsdezernent für Schule und Wirtschaft, versprach eine verbesserte Verkehrsanbindung und stellte einen gemeinsamen Tarif mit Nachbarlandkreisen in Aussicht.

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Die Verteidigung der Entscheidung übernahm vor allem Grünen-Fraktionschef Raoul Schmidt-Lamontain. „In der Kfz-Ausbildung sind die Anforderungen an die technische Infrastruktur hoch. Wir können uns nicht weiter den Spagat mit zwei Standorten leisten.“ Es sei außerdem ein Gebot der Fairness, den ehemaligen Landkreis nicht völlig ausbluten zu lassen. Lehrervertreter Ernst Barkhoff sagte, es sei bereits jetzt schwierig, Fachlehrer zu finden. Viele Betriebe befürchten jedoch, dass ihre Suche nach Azubis nun noch schwerer wird. Karl-Heinz Siegfeld, Beratungslehrer an der BBS 6, berichtete, der Beruf habe unter Zuwanderern weiter einen hohen Stellenwert. „Aber wenn die Berufsschule nicht mehr im Kern Hannovers liegt, suchen diese jungen Männer sich etwas anderes. Der Plan hat nichts mit der Lebensrealität zu tun.“

In vielen anderen Punkten ist die rot-grüne Mehrheit jedoch der Kritik von Verbänden, Betrieben, Eltern, Schülern und Lehrern gefolgt, so dass das Konzept von Verwaltung und Kammern inzwischen stark gerupft erscheint. Die Berufseinstiegsschule der BBS 6 für junge Menschen ohne Schulabschluss und oft ohne Deutschkenntnisse soll als Einheit in zentraler Lage in Hannover bleiben. Die Steuerfachangestellten werden offenbar nicht an die BBS Springe verlagert – weil sie als integraler Bestandteil der Hannah-Arendt-Schule gelten.

Die CDU rügte am Dienstag rechtliche Fehler im Entscheidungsprozess und forderte die Verwaltung zu einer Prüfung auf. So nahm an der entscheidenden Ausschusssitzung kein Vertreter der Berufsschüler teil, weil zu diesem Zeitpunkt keiner benannt war.

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Von Bärbel Hilbig 
und Mathias Klein

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