Polizeiermittlungen

Autohändler steht unter Betrugsverdacht

Hannover. Gegen einen Autohändler aus Garbsen ermittelt seit gestern die Polizei wegen Betrugsverdachts. Dejan D. soll Ende Mai einen Gebrauchtwagen an ein Ehepaar aus Bochum verkauft und dafür die Summe von 4600 Euro eingestrichen haben. Das Fahrzeug haben die Bochumer aber bis zum heutigen Tag nicht erhalten. Ein für Mittwoch geplanter Übergabetermin auf dem Gelände des Gebrauchtwagenhändlers an der Bremer Straße platzte. Dejan D. war nicht zur Übergabe erschienen. Das Auto fehlte ebenfalls.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Das Bochumer Ehepaar war im Internet auf das Angebot des Garbsener Händlers aufmerksam geworden. Ein VW Passat, Baujahr 2005, sollte für 4600 Euro den Besitzer wechseln. Am 31. Mai, einem Sonnabend, machte sich das Ehepaar zu einer Probefahrt nach Niedersachsen auf. Beide Seiten wurden sich schließlich handelseinig, ein Kaufvertrag wurde aufgesetzt, das Geld bar bezahlt. Händler und Käufer verständigten sich darauf, dass der Passat nach der Abnahme durch den TÜV am Montag nach Bochum überführt werden sollte.

Die erste Übergabe scheiterte, weil der Wagen angeblich nicht durch den TÜV gekommen war. Nach Angaben des Ehepaares scheiterten in der Folge weitere Übergabeversuche. „Er hat uns immer wieder hingehalten und sich neue Ausreden einfallen lassen“, sagt die Käuferin.

Schließlich setzte das Ehepaar dem Autohändler eine letzte Frist. Am gestrigen Mittwoch sollte er entweder den Wagen in ordnungsgemäßen Zustand in Garbsen an die Käufer übergeben oder das Geld in bar zurückzahlen. „Anderenfalls haben wir mit der Polizei und der Erstattung einer Strafanzeige gedroht“, sagt die Ehefrau der HAZ. Doch als die Eheleute am Mittwoch wie angekündigt an der Bremer Straße erschienen, fehlte sowohl von dem Auto als auch von Dejan D. jede Spur.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Auf dem Gelände allerdings herrschte hektisches Treiben. „Mehrere Männer waren damit beschäftigt, Autos vom Hof abzutransportieren“, sagt die Bochumerin. Den Autohändler D. kenne man nicht, teilten die Männer den geprellten Kunden zunächst mit. Als die Käufer des Passats begannen, Fotos vom Abtransport der Fahrzeuge zu machen, wurden sie verbal attackiert. Plötzlich reichte einer der Männer sein Handy an das Ehepaar weiter. Am anderen Ende war der Autoverkäufer Dejan D. Er sei gerade in München, die Übergabe könne nicht stattfinden, sagte er. Daraufhin schalteten die Bochumer die Polizei ein. Die Beamten nahmen die Anzeige auf und leiteten die Ermittlungen gegen den Händler ein.

Auch gegenüber der HAZ wollte sich der mutmaßliche Betrüger nicht äußern. Er werde alles zunächst mit seinem Anwalt besprechen, teilte er gestern telefonisch mit. Das Bochumer Ehepaar prüft jetzt zusätzlich zivilrechtliche Schritte gegen den Gebrauchtwagenhändler. „Wir wollen wenigstens versuchen, auf diesem Weg unser Geld zurückzubekommen“, sagt die Ehefrau.

Mehr aus Hannover

 
 
 
 
 
Anzeige
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Verwandte Themen

Letzte Meldungen

 
 
 
 
 
 
 
 
 

Spiele entdecken