Luftschadstoffe

Bei Üstra und Regiobus fahren noch Uralt-Diesel in der Busflotte

Weil Regiobus und Üstra ihre Flotte durchweg erneuern, haben sie moderne Fahrzeuge in Betrieb, aber auch veraltete Motoren sind noch im Einsatz. Die Umstellung auf Hybrid- oder Elektrofahrzeuge koste Zeit, bitten die Unternehmen um Verständnis.

Weil Regiobus und Üstra ihre Flotte durchweg erneuern, haben sie moderne Fahrzeuge in Betrieb, aber auch veraltete Motoren sind noch im Einsatz. Die Umstellung auf Hybrid- oder Elektrofahrzeuge koste Zeit, bitten die Unternehmen um Verständnis.

Hannover. Zur Verbesserung der mit Dieselabgasen belasteten Atemluft soll in Hannover auch die Modernisierung der Busflotten von Üstra und Regiobus beitragen. Doch der Umstieg auf Hybrid- und Elektrobusse kommt bei beiden Verkehrsunternehmen nicht so schnell voran wie gedacht. Sowohl für die Üstra als auch für Regiobus sind aktuell sogar noch Uraltfahrzeuge mit der Schadstoffklasse Euro 2 (Zulassung ab 1995) unterwegs – wenngleich wenige und überwiegend nicht in der Innenstadt.

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Zugleich haben beide Verkehrsbetriebe zusammen mehr als 260 Busse im Einsatz, deren Stickstoffdioxid-Ausstoß den Schadstoffklassen Euro 5 oder schlechter entspricht, sehr viele davon sind mit ihren Abgaswerten noch auf dem Stand von Euro 3 und Euro 4. Zum größten Teil gehören sie Subunternehmern, die im Auftrag von Üstra und Regiobus fahren.

Linke fordern mehr Tempo

Die Daten hat die Region Hannover auf Anfrage der Linksfraktion in der Regionsversammlung zusammengetragen. „Regiobus und Üstra müssen ihre Flotten schneller umrüsten“, fordert Michael Fleischmann von der Linken und verweist auf ein Förderprogramm der Bundesregierung zur Nachrüstung alter Dieselbusse. Die Filter sollen den Schadstoffausstoß um bis zu 95 Prozent senken.

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Allerdings rufen Regiobus und Üstra die Fördergelder nicht besonders eifrig ab. Nach Angaben der Regionsverwaltung will Regiobus mithilfe des Bundes bis zu 50 seiner rund 260 Dieselbusse umrüsten. Die Umrüstung soll bis 2020 abgeschlossen sein, die Hälfte der Flotte hat schon heute die Schadstoffklasse Euro 6. Die Subunternehmen von Regiobus dagegen haben nicht einen Förderantrag für ihre 160 Busse gestellt, dabei haben nur 26 die Schadstoffklasse Euro 6.

Die Üstra ist noch unentschlossen, was Nachrüstung mit modernen SCR-Filtern angeht. Darüber werde noch „nachgedacht“, heißt es in der Regionsantwort. „Von den Subunternehmen der Üstra ist keine Beantragung bekannt.“ Allerdings betreibt die Üstra bereits heute fast 80 moderne Hybridbusse und hat angekündigt, bis 2021 fast 50 Elektrobusse anzuschaffen. Die Busflotte soll bis 2030 rein elektrisch fahren.

Fleischmann ist damit jedoch nicht zufrieden. Es sei „nicht akzeptabel“, dass die Elektrifizierung bis 2030 dauern solle. Er fordert mehr Tempo.

Region und Unternehmen weisen Kritik zurück

Regions-Verkehrsdezernent Ulf-Birger Franz weist die Kritik zurück. Hannover und Umland seien beim Umstieg auf umweltfreundliche Busse „im bundesweiten Vergleich vorn“. Allerdings benötige der Umstieg Zeit. Üstra-Sprecher Udo Iwannek erklärt die Zurückhaltung bei Förderanträgen für die Umrüstung so: Zunächst rüstet die Üstra drei Busse auf eigene Kosten um. Danach wolle man sehen, ob die Busse ihre Betriebserlaubnis behalten. Außerdem will die Üstra eigene Messungen anstellen, ob der Schadstoffausstoß wirklich sinkt. Regiobus-Sprecher Tolga Otkun nimmt die etwa 20 Subunternehmen in Schutz: Die Umrüstung sei vor allem für die kleinen eine starke finanzielle Belastung. „Da muss man mit Augenmaß rangehen.“

Von Karl Doeleke

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