Gehrden

Bienen machen sich im Garten rar

Aschoff investiert viel Zeit in seinen bienenfreundlichen Garten.

Aschoff investiert viel Zeit in seinen bienenfreundlichen Garten.

Everloh. Tausende Bienen summten und brummten in den letzten Jahren im Chinesischen Bienenbaum von Lothar Aschoff. Doch in diesem Jahr ist es im Garten des Everlohers beunruhigend still: Er sieht das Insektensterben als Grund für die fehlenden Bienenvölker im Baum. Aschoff will etwas dagegen tun und hat zahlreiche insektenfreundliche Gewächse gepflanzt.

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„Das erste Mal seit 20 Jahren sind keine Bienen im Bienenbaum zu sehen“, stellt Aschoff fest. Sonst zog der Baum durch seine späte Blütezeit zahlreiche Bienen an. Für Aschoff sind die fehlenden Bienen eine Auswirkung des Insektensterbens. „Das ist kein gutes Zeichen“, sagt er.

Wenn der Bienenbaum blüht, sind viele andere nektarreichen Pflanzen schon verblüht. Die Blüten des Baumes produzierten besonders viel Nektar. Außerdem dufte der Baum sehr stark. Dadurch zieht er viele Bienen an und ist ein ökologisch wertvolles Gewächs.

In dem Chinesischen Bienenbaum sind kaum noch Bienen zu beobachten

In dem Chinesischen Bienenbaum sind kaum noch Bienen zu beobachten.

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Um den Bienen etwas Gutes zu tun, hat Aschoff im letzten Herbst etwa 55 bienenfreundliche Gewächse in seinen Garten gepflanzt, sogenannte Bienennährpflanzen. Darunter sind die Rosenforsythie, ein Knopfbusch, Bergminze, eine Ölweide und ein Silberkerzenstrauch.

Die Pflanzen hat er bei der Gärtnerei Immengarten in Bennigsen gekauft. Inhaber Bernhard Jaesch hat sich auf insektenfreundliche Pflanzen spezialisiert und hat außerdem eine angegliederte Imkerei. Den Bienenbaum, lateinisch Euodia hupehensis, züchtet und verkauft Jaesch seit 1983.

So wachsen in Aschoffs Garten nun zahlreiche Blüher, die Bienen anziehen sollen. In der Blauraute tummeln sich auch einige Bienen, viele andere Pflanzen sind allerdings noch in der Entwicklung. Zudem mache die anhaltende Hitze den Pflanzen zu schaffen, erzählt der Hobbygärtner.

Er rät, so viele Bienenpflanzen wie möglich im heimischen Garten anzusiedeln, um dem Bienensterben etwas entgegenzusetzen. „Außerdem brauchen die Bienen Wasser“, sagt er, denn auch sie leiden unter der Hitze. Daher hat er mehrere Wasserstellen in seinem Garten aufgestellt.

Bienen brauchen blühende Wegstreifen

In Niedersachsen hat Umweltminister Olaf Lies einen Werbefeldzug zum Schutz der Biene gestartet. Er warb dafür, möglichst auf den Einsatz von Pestiziden zu verzichten. „Wir dürfen nicht länger die Augen verschließen: Insekten verlieren Lebensraum und Nahrungsquellen. Deshalb muss der Einsatz von Pestiziden verringert werden“, sagte Lies. Sein Appell richte sich auch an die Landwirtschaft, er lobte in diesem Zusammenhang aber auch, dass die EU-Kommission die Verwendung von drei besonders umstrittenen Insektiziden im Freiland verboten habe.

Das Land Niedersachsen hat in diesem Jahr 750.000 Euro in einem Programm zum Erhalt der biologischen Vielfalt reserviert, ebenso viel wie im vergangenen Jahr. Lies kündigte an, hier noch ausbauen zu wollen. Die Kampagne „Kein Sommer ohne Summen – Flower Power für Wildbiene, Hummel und Co.“ zielt vor allem auf einen Bewusstseinswandel von Konsumenten aber auch Agrarproduzenten ab. Laut Lies benötigten 85 Prozent der Pflanzenarten für ihre Fortpflanzung und Vermehrung die Bestäubung von Wildbienen, Schmetterlingen und Schwebfliegen.

Doch allein in Deutschland gelten laut Lies mehr als die Hälfte der 600 Wildbienenarten mittlerweile als gefährdet. Die Auswirkungen auf das Ökosystem seien gravierend, da die Insekten eine Schlüsselfunktion in den natürlichen Nahrungsketten hätten. Besonderes Augenmerk will der Umweltminister auf intakte und blühende Wegstreifen und Feldränder richten, die Schutz- und Lebensraum nicht nur für Insekten böten. In einem Brief appellierte der Minister an alle Kommunen, die blühenden Wegstreifen zu erhalten und möglichst noch auszubauen. bj/mbb

Nicht nur weniger Bienen beobachtet Aschoff in seinem Garten, auch die Schmetterlinge bleiben aus: In den beiden Fliederbuschsträuchern sind weit weniger Schmetterlinge zu finden als die Jahre zuvor, sagt Aschoff. Außerdem habe er lediglich zwei Arten beobachtet, Zitronenfalter und Tagpfauenaugen.

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Von Elena Everding

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