Degersen

Blutversorgungsengpass: DRK lockt mit Aktionen

Ute Theobald schaut nach Anette Franzen, die bereits zum 33. Mal spendet.

Ute Theobald schaut nach Anette Franzen, die bereits zum 33. Mal spendet.

Degersen. Alljährlich im Sommer ist die Bereitschaft, Blut zu spenden, in der Bevölkerung geringer ausgeprägt als sonst. Und in diesem Jahr muss das DRK nicht nur mit dem schönen Sommerwetter sondern auch mit der spannenden Fußball-WM im TV konkurrieren. Die übliche Sommerflaute beim Spendenaufkommen werde noch durch die Fußball-WM verschärft –die Blutkonserven werden knapp, sagt Markus Baulke, Sprecher beim DRK-Blutspendedienst NSTOB. Daher lockte der DRK-Ortsverband Degersen jetzt bei einer Sonderblutspende potentielle Spender mit einer leckeren Belohnung.

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Hier kann im Calenberger Land gespendet werden

In Degersen kann das nächste Mal am 21. September gespendet werden. Dann wieder im Dorfgemeinschaftshaus. Doch auch in den kommenden Tagen können Bürger wieder Blut im Calenberger Land spenden. Erster Termin ist am Donnerstag, 19. Juli. Dann steht das Blutspendemobil von 13.30 bis 19.30 Uhr vor dem NP-Markt, Hauptstraße 68, in Großgoltern. In Gehrden kann auch gespendet werden. Der DRK-Ortsverein empfängt Spender am Montag, 23. Juli, von 15 bis 19 Uhr im Rathaus, Kirchstraße 1. Das Mobil des DRK macht als nächstes dann am Freitag, 27. Juli, von 16 bis 19.30 Uhr am Barsinghäuser Aktiv-Zentrum, Bunsenstraße 10, in Barsinghausen halt. In Wennigsen kann am Dienstag, 7. August, wieder Blut gespendet werden – dann von 13.30 bis 19.30 Uhr im Blutspendemobil beim Edeka Ladage Markt an der Hauptstraße. Am selben Tag werden Spender auch von 16 bis 19.30 Uhr im Gemeindehaus Leveste, Burgdorfer Straße 5, empfangen.

Jeder Spender erhielt im Anschluss zur Stärkung und als Zeichen der Dankbarkeit kostenlos eine Portion Currywurst mit Pommes Frites. Insgesamt 58 Männer und Frauen fanden den Weg ins Gasthaus Möllerburg, um Blut zu Spenden – zehn davon waren Erstspender. „Ins Dorfgemeinschaftshaus, wo wir sonst die Termine haben, kommen zwischen 30 und 50 Spender“, sagt Ortsvereinsvorsitzende Ute Theobald. Dabei könne sie nicht verstehen, warum die Currywurst mehr Menschen lockt als das sonst gebotene reichhaltige Büfett.

Aber „Currywurst zieht“ – bestätigt auch Sandra Scheffler, die regelmäßig zum Spenden kommt. Immerhin sei sie als Motorradfahrerin gerade im Sommer gefährdet, könnte jederzeit auf Spenderblut angewiesen sein. „Da macht es doch Sinn, selber auch etwas abzugeben“, sagt sie. Ihr gegenüber sitzt Jörg Branstner. „Ich spende seit ich bei der Bundeswehr war“, sagt er. Damals habe es nämlich für jeden Spender zwei freie Tage gegeben. „Ich bin dann einfach dabei geblieben“, sagt er.

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Ulrike Schulze (von links), Linus Knopp und Christina Adamski sind zum ersten Mal bei der Blutspende

Ulrike Schulze (von links), Linus Knopp und Christina Adamski sind zum ersten Mal bei der Blutspende.

Zum ersten Mal dabei sind Ulrike Schulze und Linus Knopp Adamski. „Meine Eltern machen das seit Jahren und als ich jetzt wieder von den Engpässen gelesen habe, bin ich einfach vorbei gekommen“, sagt Schulze. Und Blutspenden sei ja nun auch nichts schlimmes – nur ein kleiner Piekser und schon ist es vorbei. „Das ging deutlich schneller als erwartet“, stimmt ach Knopp zu. Die beiden wollen nun häufiger zum Spenden kommen.

Und das ist auch nötig: „Wir liegen heute bei knapp über 13.000 Konserven – der Bestand ist aber weiter kritisch, da keine Reserven für weitere Spenderückgänge vorhanden sind“, sagt Baulke. An der Unterkante wäre das DRK bei 12.000 Konserven. Bereits seit fast drei Monaten hat das DRK mit dem Problem zu Kämpfen. „Im Mai haben zur Sicherung des Versorgungsbedarfes in Niedersachsen und Bremen 5000 Spender gefehlt“, sagt Baulke. Infolgedessen hat sich der Lagerbestand auf 12.300 Konserven reduziert. „Im Juni konnten wir keine nennenswerten Konservenstand aufbauen.“

Jörg Branstner und Sandra Scheffler freuen sich über die Currywurst nach der Spende

Jörg Branstner und Sandra Scheffler freuen sich über die Currywurst nach der Spende.

Hatt das DRK in der Zeit von Januar bis Juni mit 22.345 Spendern gerechnet, sind nur 20.345 erschienen – und damit 3529 weniger als noch im Vorjahr. Das sei auch eine Kehrseite der Fußball-WM, sagt Baulke. Denn die Tage mit deutscher Spielbeteiligung haben sich extrem ausgewirkt: Am entscheidenden Spiel der deutschen Elf gegen Südkorea hatte der Blutspendedienst im Versorgungsgebiet Niedersachsen, Bremen, Sachsen-Anhalt, Thüringen ein Spendeaufkommen von 2700 Spendern eingeplant – erschienen sind 600 Spender weniger.

„Durch das anhaltend gute Wetter der letzten Wochen und die Fußball WM sind die Lagerbestände für eine lückenlose Blutversorgung stark reduziert“, warnt Baulke. Der DRK-Blutspendedienst bittet die Bevölkerung in Niedersachsen darum, einmal mehr zum Blutspenden zu gehen. „Jeden Tag werden tausende lebensnotwendige Bluttransfusionen durchgeführt, die ohne die zahlreichen Blutspenden nicht möglich sind.“

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Damit auch in der Sommerzeit genug Spenden zusammenkommen seien seiner Erfahrung nach besondere Anreize nötig. „Das warme Wetter ist mit einer Vielzahl an Freizeitaktivitäten verbunden. Die Blutspende rutscht dann in den Hintergrund“, sagt er. Verbunden mit den Sommerferien nimmt das Spendeaufkommen zusätzlich ab. „Durch diese Aktionen wollen wir die Aufmerksamkeit für den Spendetermin erhöhen und natürlich auf die Notwendigkeit in dieser besonderen Zeit hinweisen.“

Vom Spender bis zum Empfänger – der Weg des Spenderbluts

Nach der Blutspende wird das Spenderblut zum Zentralinstitut des DRK nach Springe transportiert. Hier werden sämtliche Blutkonserven aus Niedersachsen, Oldenburg und Bremen verarbeitet. Die Blutkonserven werden untersucht, es werden die Blutgruppen ermittelt, das Blut auf Infektionskrankheiten wie Hepatitis, HIV und Syphilis untersucht. Danach werden die Blutkonserven verarbeitet. Dabei entstehen die Blutpräparate Blutplasma (drei Jahre haltbar), Blutplättchen (fünf Tage haltbar) und rote Blutkörperchen (49 Tage haltbar). Untersuchung und Verarbeitung müssen innerhalb von 19 Stunden geschehen.

Im Zentralinstitut in Springe lagern ungefähr 15 000 Blutkonserven. Diese werden an die Krankenhäuser verteilt und reichen für etwa eine Woche. Das Spenderblut wird nur regional verwendet. Bei Mangel an einer bestimmten Blutgruppe werden Ausnahmen gemacht. In der Regel landet ein Blutpräparat innerhalb von drei Tagen nach der Spende beim Empfänger.

Von Lisa Malecha

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