Garbsen

Brüder sollen Frau zur Prostitution gezwungen haben

Zwei Garbsener müssen sich im Juni wegen Zuhälterei vor Gericht verantworten.

Zwei Garbsener müssen sich im Juni wegen Zuhälterei vor Gericht verantworten.

Garbsen/Hannover. Zwei Brüder aus Garbsen sollen eine Frau gegen ihren Willen zur Prostitution gezwungen haben. Deshalb müssen sich die 27 und 31 Jahre alten Brüder im Juni wegen Zuhälterei vor dem Amtsgericht Hannover verantworten.

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Brüder lockten die Frau in Wohnung nach Garbsen

Der ältere Bruder soll die Frau Ende 2015 in einem Chat kennengelernt haben, heißt es in einer Pressemitteilung des Amtsgerichts. Er habe sie gebeten, in eine Wohnung nach Garbsen zu ziehen, die seinem Onkel gehöre. Da der 31-Jährige zu dem Zeitpunkt allerdings im Gefängnis saß, sollte sich vorübergehend sein jüngerer Bruder um alles weitere kümmern.

Das tat dieser auch – allerdings anders, als es sich die Frau erhofft hatte. Zunächst verbot der 27-Jährige ihr, sich einen eigenen Job zu suchen. Stattdessen sollte sie sich, so sein Vorschlag, für ihn prostituieren. Auf diese Weise sollte das Opfer für beide Geld verdienen. Darauf lies sich die Frau zunächst nicht ein. Wenig später erhielt sie dann einen Anruf des älteren Bruders aus dem Gefängnis.

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Dieser forderte die Frau auf, alles zu tun, was sein Bruder von ihr verlange. Zudem soll der 27-Jährige gedroht haben, die Frau umzubringen, so ein Sprecher des Amtsgerichtes weiter. So eingeschüchtert stimmte die Frau dem Vorschlag schließlich zu und ging von Anfang Februar bis Ende März 2016 für die Brüder anschaffen – unter anderem in Hannover, Hamburg und Duisburg. Der jüngere Bruder soll sie zu den Arbeitsstellen gefahren haben.

Mutmaßliche Zuhälter behalten das Geld

Laut Anklage verdiente die Frau als Prostituierte zwischen 500 und 600 Euro pro Arbeitstag. Das Geld nahm ihr der 27-Jährige ab. Er ließ ihr lediglich genug, um sich Lebensmittel zu kaufen. Der ältere Bruder soll während dieser Zeit mehrfach aus dem Gefängnis angerufen und der Frau mit dem Tod gedroht haben, falls sie sich weigere, weiter anschaffen zu gehen. Zudem forderte er das Opfer auf, sich seinen Spitznamen auf die Brust zu tätowieren. Das sei ein Zeichen dafür, dass sie ihm gehöre. Selbst das lies die Frau über sich ergehen.

Zur Polizei ging sie nach Angaben eines Gerichtssprechers erst am 29. März 2016. An diesem Tag hatte ihr der 27-Jährige, so die Anklageschrift, „mehrfach mit der Faust ins Gesicht geschlagen“. Zuvor hatte sich die Frau geweigert, weiter als Prostituierte zu arbeiten.

Der Prozess gegen die Brüder aus Garbsen ist für den 14. Juni angesetzt.

Von Gerko Naumann

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