Springe

Chef der Stadtentwässerung würde Kläranlagen der Stadt weiter ausbauen

Geht es nach Dieter Erdmann (rechts) würde auch die Kläranlage in Springe (links) ausgebaut. Bei seinem Vortrag im Museum gab er umfangreiche Einblicke in das Thema Abwasserreinigung.

Geht es nach Dieter Erdmann (rechts) würde auch die Kläranlage in Springe (links) ausgebaut. Bei seinem Vortrag im Museum gab er umfangreiche Einblicke in das Thema Abwasserreinigung.

Springe. Die drei Klärwerke im Stadtgebiet erhalten von Stadtentwässerungschef Dieter Erdmann gute Noten – dennoch würde er gern einiges verändern. „Im Leistungsvergleich der Klärwerke wurden unsere drei Anlagen in Springe, Eldagsen und Bennigsen mit der Note eins bewertet, mehr geht nicht“ sagte Erdmann zu Beginn eines Referates, das er auf Einladung des Naturschutzbundes (Nabu) im Museum hielt. „Wir leisten hier Abwasserreinigung auf allerhöchsten Niveau, und wenn es nach mir ginge, würde ich die Anlagen in Springe und Bennigsen gern ausbauen.“

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Ohne Fachchinesisch und mit klaren Aussagen referierte Erdmann fast zwei Stunden über die Springer Klärwerke. Unterstützt durch eine Multimediaschau zeigte der Fachmann das ganze Spektrum der Abwasserbeseitigung und wartete mit interessanten Zahlen auf: 25 000 Grundstücksanschlüsse existieren auf Springer Stadtgebiet. Das städtische Kanalnetz inklusive der Misch-, Schmutz- und Regenwasserkanäle sowie verrohrter Gewässer hat eine Länge von etwa 550 Kilometern. Demgegenüber stehen rund 1100 Kilometer Kanäle auf 16.000 Privatgrundstücken.

3 Milliarden Liter Abwasser

Drei Milliarden Liter Abwasser durchlaufen pro Jahr die Anlagen in Springe, Bennigsen und Eldagsen, allein davon rund 200 Millionen Liter pro Jahr von dem Blutplasmahersteller Octapharma in Springe.

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Betrieben werden die Klärwerke seit dem 1. Januar 2016 als Eigenbetrieb Stadtentwässerung Springe (SES). Das habe viele Vorteile, berichtete Erdmann: Während zu Zeiten als städtischer Regiebetrieb zu Viele in fachlichen und fiskalischen Entscheidungen involviert gewesen seien, geschähe das jetzt mit reduzierter Mitarbeiterzahl auf kurzem Dienstweg und damit bedeutend schneller. Doch der Aufgabenbereich erstrecke sich nicht nur auf den Betrieb der Anlagen samt Kanälen, sondern auch der von Sonderbauten wie Pumpwerken in den kleineren Ortsteilen und auch der Regenrückhaltebecken. Daneben seien sie im Auftrag der Stadt für das Gewässermanagement sowie als Beauftragte für deren Schutz zuständig. Da zeigte Erdmann die Brücke zum Nabu auf, denn manches Regenrückhaltebecken entwickele sich zum Biotop und werde ein wichtiges Refugium für Fauna und Flora. Da sähe sich der Artenschutz gefordert. Hin und wieder müsse die Einrichtung, um ihre Funktion zu behalten, von überwucherndem Bewuchs befreit werden.

Trockenheit fördert Gestank

Auch Klimaveränderungen, wie in diesem Jahr durch die lange Trockenperiode spürbar, bereiten den Verantwortlichen Sorgen: Kaum Wasser gelänge dann in die Abwasserkanäle, Rückstände blieben in den Rohren liegen und fangen an zu stinken. Doch wohin mit den rund 2000 Tonnen jährlich anfallenden Klärschlamms? Gesetzliche Parameter hierzu würden stets verschärft und weiter ausgedehnt. „Das Düngemittelgesetz lässt eine Verwertung in der Landwirtschaft nicht mehr zu und eine Verbrennung ist nicht mehr statthaft“, erklärte Erdmann die Lage.

Wie günstig menschliche Hinterlassenschaften in den Klärwerken tatsächlich gereinigt werden, versuchte Erdmann anhand eines Vergleichs zu verdeutlichen. „Ein Liter Wasser kostet im Supermarkt etwa 15 Cent“, sagte er. „Dagegen kostet die Reinigung eines Liters Abwasser nur 0,00219 Cent.“

Von Reinhold Krause

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