Hauptverwaltung

Continental baut neue Zentrale in Hannover

Die heutige Zentrale von Continental an der Vahrenwalder Straße.

Die heutige Zentrale von Continental an der Vahrenwalder Straße.

Hannover. „Wir sind in der heutigen Zentrale schon fast am Anschlag. Gleichzeitig haben wir noch einiges vor in den nächsten Jahren“, sagte Conti-Chef Elmar Degenhart der HAZ. Deshalb sei gemeinsam mit dem Aufsichtsrat die Entscheidung getroffen worden, eine komplett neue Hauptverwaltung zu bauen. „Wir haben keine Veranlassung, von Hannover wegzugehen – wenn die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen passen“, so der Vorstandschef.

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Der Dax-Konzern ist in den vergangenen Jahren durch diverse Übernahmen rasant gewachsen und hat sich vom Reifenhersteller zu einem der weltgrößten Autozulieferer gemausert. Conti wird in diesem Jahr auf rund 40 Milliarden Euro Umsatz und mehr als 200 000 Beschäftigte kommen. Innerhalb von zehn Jahren haben sich die Erlöse verdreifacht und die Mitarbeiterzahl mehr als verdoppelt. Damit steigen auch die konzernübergreifenden Aufgaben. Zentralfunktionen wie Finanzen, Controlling oder Personal sind allein in den vergangenen vier Jahren um mehr als 200 auf 840 Jobs gewachsen. Degenhart rechnet damit, dass bis 2020 weitere 300 Arbeitsplätze hinzukommen. Dann soll Conti 50 Milliarden Euro Umsatz erzielen.

In einem Schreiben an die Mitarbeiter, das am Dienstag im Konzern verteilt wurde, räumt die Konzernspitze offen ein, dass in der aktuellen Zentrale an der Vahrenwalder Straße akuter Platzmangel herrscht. Man habe „den Grenzbereich des Zumutbaren erreicht“, heißt es darin. Ein Ausbau der bestehenden Hauptverwaltung, die direkt an das Contitech-Werk Vahrenwald angedockt ist, sei aufgrund des Mangels an bebaubarer Fläche nicht mehr möglich.

So will der Konzern zu ersten Mal seit mehr als 60 Jahren – als das heute von der Universität genutzte Hochhaus am Königsworther Platz entstand – wieder neu bauen. Der Standort sei noch offen, sagte Degenhart. „Im Interesse der Belegschaft möchten wir gern im Stadtgebiet bleiben.“ Conti setze auf die Unterstützung von Stadt und Region – „sowohl bei der Grundstückssuche als auch bei den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen“, wie es Degenhart umschrieb. „Da gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten.“ Auch sei noch nicht entschieden, ob man das Objekt mieten oder erwerben werde. In jedem Fall müsse das Gebäude nach Conti-Vorgaben entstehen. Insgesamt rechnet der Konzernchef mit einem Investitionsvolumen „im höheren zweistelligen Millionenbereich“.

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Die alte Zentrale will der Konzern weiternutzen – wenn denn die finanziellen Rahmenbedingungen stimmen. Während der Übernahmeschlacht mit Pirelli Anfang der 1990er Jahre hatte die Conti das Gebäude zu Geld machen müssen. Es gehört heute einer Immobilientochter der Deutschen Bank, die Hannoveraner sind nur Mieter. Degenhart fordert nun einen Umbau und eine „weitreichende Modernisierung“, bevor an der Stelle womöglich andere Bereiche einziehen. In Hannover beschäftigt Conti derzeit gut 7800 Mitarbeiter an vier Standorten. Der Großteil entfällt auf die Divisionen Reifen und Contitech.

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