Hemmingen

Deveser Straße: Bürgermeinung ist geteilt

Bleibt die Deveser Straße nach Fertigstellung der B-3-Ortsumgehung für Autofahrer gesperrt?

Bleibt die Deveser Straße nach Fertigstellung der B-3-Ortsumgehung für Autofahrer gesperrt?

Hemmingen. Soll die Deveser Straße nach dem abgeschlossenen Bau der B3neu für den motorisierten Verkehr gesperrt werden oder offen bleiben? Das ist eines der großen Themen des Verkehrsentwicklungsplans (VEP) 2030, den die Stadt zurzeit durch das Büro SHP erstellen lässt. „Viele der rund 80 Anregungen und Einwendungen von Hemminger Bürgern bezogen sich darauf“, erläuterte Diplom-Ingenieurin Sabrina Stieger in der gemeinsamen Sitzung der Ausschüsse für Stadtentwicklung und Umwelt sowie Verkehr am Donnerstagabend im Rathaus. Dabei seien die Meinungen etwa gleich verteilt gewesen. „Die eine Hälfte wünscht sich, dass die Straße nur noch für Fußgänger und Radfahrer frei gegeben wird, die andere plädiert weiterhin für den Autoverkehr“, sagte Stieger.

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Im Planfeststellungsbeschluss zum Bau der B3neu ist vorgesehen, dass die Straße für Autos gesperrt wird. Auch die Stadt hält zurzeit noch an dieser Variante fest. „Aus Sicht von uns Gutachtern gibt es allerdings durchaus Argumente dafür, die Straße zumindest für Anlieger offen zu lassen“, erläuterte Stieger. Nach einer Verkehrszählung aus dem Jahr 2015 passieren rund 4600 Autos pro Tag die Straße. Etwa 3900 Autofahrer fahren in Richtung Hannover. „Diese werden aufgrund der schnelleren Verbindung die Bundesstraße nutzen, sobald sie fertig gestellt ist“, sagte Stieger. So blieben etwa 700 Autos pro Tag übrig. Für die Deveser habe das den Vorteil, dass die direkte Verbindung zum Stadtzentrum in Hemmingen-Westerfeld offen bleibt und sie nicht dem Umweg über die Weetzener Landstraße nutzen müssten.

Ulrike Roth (Bündnisgrüne) sagte, dass es aufgrund der vielfältigen Meinungen nicht möglich sein wird, am Ende alle Bürger glücklich zu machen. Auch die Bündnisgrünen sprechen sich dafür aus, dass die Straße für Autos gesperrt wird. „Es muss allerdings gewährleistet sein, dass die Weetzener Landstraße die zusätzlichen 700 Autos tragen kann. Es darf nicht sein, dass die Bürger nur dann aus Devese raus kommen, wenn sie zuvor im Stau stehen müssen“, sagte sie.

Für Aufregung unter den rund 20 Besuchern sorgte auch die Ankündigung, dass der Hohe Holzweg in Arnum als künftiger Zubringer zur B3neu keine Tempo-30-Zone mehr bleiben darf. Stieger wies allerdings darauf hin, dass die Ausweisung einer Geschwindigkeit von 30 Kilometern pro Stunde angestrebt ist. Der Unterschied ist dann lediglich, dass es eine Vorfahrtsstraße sein wird und die Rechts-vor-Links-Regel einer Tempo-30-Zone entfällt.

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In der öffentlichen Fragestunde wollte der Arnumer Ottmar Sturm als Gast der Veranstaltung wissen, ob noch weitere Informationsveranstaltungen für die Bürger geplant sein. Bürgermeister Claus Schacht sagte, dass diese für die nächste Zeit nicht vorgesehen seien. Bei den jüngsten Bürgerveranstaltungen habe sich gezeigt, dass die Themen umfassend behandelt wurden und keine neue Vorschläge mehr aus den Reihen der Hemminger gekommen seien. Allerdings sei die Entwicklung des Verkehrsplans im stetigen Fluss und es werde immer wieder mal Veranstaltungen zu konkreten Einzelthemen geben. „Zudem können sich die Hemminger jederzeit mit Fragen und Anregungen direkt an das Rathaus wenden“, sagte Schacht.

Die beiden Ausschüsse einigten sich schließlich darauf, das Thema als behandelt anzusehen und noch kein Votum abzugeben. Aufgabe der Stadt wird es in den nächsten Monaten sein, die vielen Vorschläge der Bürger gegeneinander abzuwägen und nach Möglichkeit in die bestehenden Entwürfe einzubauen, sagte Schacht.

Von Tobias Lehmann

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