„Vertrauliche Geburt“

Die Alternative zur Babyklappe

Foto: Seit dem 1. Mai gibt es eine Alternative zur Babyklappe.

Seit dem 1. Mai gibt es eine Alternative zur Babyklappe.

Hannover. Die Entbindungskosten übernimmt der Bund. Zwar werden bei der „vertraulichen Geburt“ die Daten der Mutter gespeichert, sie bleiben jedoch mindestens bis zum 16. Geburtstag des Kindes unter Verschluss. Ein Ende der sogenannten Babyklappe, wie es sie auch in Hannover gibt, bedeutet die Neuregelung zunächst nicht.

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„Die ‚vertrauliche Geburt‘ dient dem Schutz der Mutter, ihr Kind nicht zu Hause oder unterwegs, sondern im Schutz einer Klinik zur Welt bringen zu können“, sagt Sabine Appl, langjährige Schwangerschaftskonfliktberaterin im Evangelischen Beratungszenztrum Oskar-Winter-Straße. Die Beratungsstelle ist die erste in Hannover, die eine spezielle Schulung zur „vertraulichen Geburt“ absolviert hat, Voraussetzung dafür, betroffene Frauen beraten zu können.

„Babyklappen haben aber auch weiterhin ihre Berechtigung“, ist Appel überzeugt. Das sieht Niedersachsens Sozialministerin Cornelia Rundt (SPD) genauso: „Wenn verzweifelte Mütter in schwersten Konfliktlagen trotz zahlreicher Beratungs- und Hilfsangebote keinen anderen Ausweg finden, müssen wir ein solches Angebot als ‚ultima ratio‘ weiterhin vorhalten.“

Die hannoversche Babyklappe am Friederikenstift, Babykörbchen genannt, war 2001 auf Initiative der damaligen Landesbischöfin Margot Käßmann eingerichtet worden. Es handelt sich um eine Vorrichtung, in die Frauen, die nicht mehr ein noch aus wissen, ihr Neugeborenes legen können. Es wird umgehend von der Klinik versorgt. Zwölf Kinder wurden seither dort abgegeben. 2008 geriet der Fall des später Mose genannten Säuglings in die Schlagzeilen, der am 2. Januar vor der Babyklappe abgelegt worden war und erfror. Gutachter der Dekra stellten später fest, dass sich die Klappe zum Wärmebettchen nicht richtig hatte öffnen lassen. Ernsthafte Bestrebungen, die Babyklappe abzuschaffen, hat es in Hannover nie gegeben. „Die ‚vertrauliche Geburt‘ ist eine gute Alternative, aber sie kann die Babyklappen nicht ersetzen“, bekräftigt Judith Rohde, Koordinatorin des Netzwerks Mirjam, das die Trägerschaft des „Babykörbchens“ übernommen hat. „Es ist fraglich, ob Frauen in extremen Notlagen vor der Entbindung in eine Beratungsstelle gehen“, so Rohde. „Wir glauben nicht an das Ende der Babyklappen.“

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Für Schwangere in Not ist seit dem 1. Mai rund um die Uhr die kostenlose Rufnummer (08 00) 4 04 00 20 geschaltet. Dort erhalten sie eine qualifizierte Erstberatung – anonym und mehrsprachig.

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