Modepreis 2018

Die Erfinderin des Modepreises zieht Bilanz

Martina Glomb, die Leiterin des Studiengangs Modedesign an der Hochschule Hannover beim Modepreis 2018

Martina Glomb, die Leiterin des Studiengangs Modedesign an der Hochschule Hannover beim Modepreis 2018

Hannover. Frau Glomb, Wissen Sie noch, wie der Modepreis entstand?

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Unsere Absolventen haben schon immer am Ende des Studiums ihre Mode präsentiert. Damals hab ich eine Show vor 38 zahlenden Gästen gesehen. Da habe ich überlegt, wie können wir das Event nach außen tragen. Es gab kein Geld, ich kannte niemanden, ich musste also etwas erfinden. So entstand der Modepreis, quasi aus der Not heraus. Dann haben sich schnell Sponsoren von außen und internationale Teilnehmer von Partneruniversitäten beteiligt. Das Konzept hat sofort ein sehr großes Publikum gefunden.

Was hat sich seitdem geändert?

Dieser Preis hat nicht nur uns viel gebracht. Hannover und Mode, dass waren vorher zwei unverbundene Begriffe. 2017 hat eine Untersuchung die Wirtschaftsförderung Hannover Impuls herausgefunden, dass die Branche ein wichtiger Motor für den Wirtschaftsstandort ist. Es gibt rund 500 Modedesigner in Hannover. Das gibt dem Standort ein Profi.

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Wie profitieren die Studierenden ganz konkret von dem Wettstreit?

Für die Studenten sind Catwalk-Fotos natürlich die Krönung ihres Portfolios. Wichtig sind aber auch die Branchenvertreter im Publikum und die Medienresonanz. Namenhafte Unternehmen schicken ihre Recruiter, Designer und Agenten. Sie suchen hier gezielt nach Designern, die dann zu Jobinterviews eingeladen werden. Hugo Boss, New Yorker, Cecil, Medi, die Liste ist lang. Und natürlich vernetzen sich die Alumni hier auch untereinander.

Welche Zukunft hat Modedesign in Deutschland?

Die lokalen Standorte gewinnen langsam wieder an Bedeutung. Es entstehen neue Produktionsformen. Das Thema Slow Fashion spielt da eine große Rolle. Da sind wir mit unserer Forschung zur nachhaltigen Mode na dran. Unsere Studenten landen oft sehr gut im Markt.

Auch in Hannover oder müssen sie auswandern?

Wir haben hier inzwischen eine ganze Reihe erfolgreicher Gründungen, zuletzt etwa das Bademodenlabel boo surfwear unserer Absolventin Jingjing Qi.

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Mit der Einführung des Studiengangs Experimentelle Gestaltung vor zwei Jahren müssen die Studierenden der Fakultät III enger zusammenrücken. Geht das zu ihren Lasten?

Eigentlich nicht, aber man kann sagen, wir brauchen Platz. Ich würde mir wünschen, dass es Zeit und Raum gibt, für das Experiment. Wir müssen auch Grenzen öffnen, die Zusammenarbeit mit Unternehmen zulassen und Kooperationen mit Schulen knüpfen etwa.

Von Mario Moers

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