Krieg gegen die Ukraine

Doris Schröder-Köpf distanziert sich von Putin: „War damals nicht erkennbar“

Eng verbunden im Jahr 2005: Gerhard Schröder, Doris Schröder-Köpf und Wladimir Putin.

Eng verbunden im Jahr 2005: Gerhard Schröder, Doris Schröder-Köpf und Wladimir Putin.

Hannover. Niedersachsens Migrationsbeauftragte Doris Schröder-Köpf (SPD) hat sich nach Kritik an ihren früheren Aussagen über Wladimir Putin vom russischen Präsidenten distanziert.

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„Das Gesicht Putins, das wir heute sehen, war damals nicht erkennbar“, sagte die Ex-Frau von Altkanzler Gerhard Schröder am Donnerstag mit Blick auf ihre Begegnungen mit Putin. „Dieser Krieg gegen die Ukraine ist ein schwerwiegender Bruch des Völkerrechts, der durch nichts gerechtfertigt werden kann.“

„Das hat mit heute nichts mehr zu tun“

Schröder-Köpf betonte, dass ihre Treffen mit Putin schon lange zurücklägen. „Meine Begegnungen mit dem russischen Präsidenten Putin fanden in einer Zeit statt, als er im Bundestag mit stehenden Ovationen gefeiert wurde. Das war eine andere Zeit, eine Zeit der Hoffnung, dass nach dem Fall des Eisernen Vorhangs und dem Zusammenbruch des Warschauer Pakts etwas zusammenwächst. Putin verkörperte als junger Präsident auch diese Hoffnung. Das war das Zeitgefühl damals“, sagte sie. „Das hat mit heute nichts zu tun, heute ist es eine andere Welt, leider.“

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Zusammen mit ihrem damaligen Mann Gerhard Schröder und Russlands Präsident Wladimir Putin unternimmt Doris Schröder-Köpf 2001 eine Sightseeing-Tour auf einem Schlitten.

Zusammen mit ihrem damaligen Mann Gerhard Schröder und Russlands Präsident Wladimir Putin unternimmt Doris Schröder-Köpf 2001 eine Sightseeing-Tour auf einem Schlitten.

Schröder-Köpf will sich für Ukraine-Flüchtlinge einsetzen

Als niedersächsische Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe setze sie sich dafür ein, dass auch die Geflüchteten aus der Ukraine in unserem Land einen sicheren Hafen und eine Heimat fänden.

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Zuvor hatte die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ) Äußerungen von Schröder-Köpf aus dem Jahr 2017 aufgegriffen. Im russischen Medium „Sputnik“ hatte sie Putin damals als klugen Menschen beschrieben, der auch offen für Kritik sei.

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Weil hält an Schröder-Köpf fest

Schröder-Köpf reagierte mit ihrer Stellungnahme auch auf Druck aus der Staatskanzlei. Anfangs hatte sie gar nichts zu dem FAZ-Artikel sagen wollen. Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil ist (SPD) zunehmend genervt, als Teil einer angeblichen Putin-Connection beschrieben zu werden. Weil hatte sich sogleich nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine von Putin und dessen Vorgehen distanziert und die Invasion als „Imperialismus in seiner widerwärtigsten Form“ gebrandmarkt.

Nach Schröder-Köpfs öffentlicher Erklärung teilte eine Sprecherin von Weil mit, die Staatskanzlei halte an Schröder-Köpf als Migrationsbeauftragte fest. Zuvor hatte Niedersachsens Landtags-Vizepräsident Frank Oesterhelweg (CDU) den Rücktritt Schröder-Köpfs verlangt. Die SPD-Politikerin hat das Ehrenamt seit April 2013 inne und ist bei Flüchtlingsorganisationen wegen ihrer Arbeit hoch angesehen.

Von dpa/Michael B. Berger

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