Ende des zweiten Weltkriegs

Ein Feldwebel rettet das Rathaus

Foto: Das Kuppelgewölbe der Zentralhalle des Neuen Rathauses im Bau.

Das Kuppelgewölbe der Zentralhalle des Neuen Rathauses im Bau.

Hannover. Nur dem couragierten Eingreifen eines kleinen Feldwebels ist es zu verdanken, dass das Neue Rathaus die letzten Kriegstage überstand.Wie durch ein Wunder war es bei den Bombenangriffen unzerstört geblieben - doch am 7. April stand plötzlich ein halbes Dutzend SA-Männer in der Rathaushalle, „im Auftrag der Gauleitung“. Offenbar wollten sie, um den Alliierten gemäß Führerbefehl „verbrannte Erde“ zu hinterlassen, das Rathaus in die Luft jagen. Blinder Gehorsam und Lust am Untergang sorgten dafür, dass solche Befehle vielerorts tatsächlich umgesetzt wurden.

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Im Neuen Rathaus allerdings trommelte der Feldwebel Wilhelm Plenge, der davon Wind bekam, einen Trupp Soldaten zusammen und hielt die Eindringlinge in Schach. Er kappte die Drahtverbindung zum Gauleiter, der in seinem Bunker in Ahlem saß, und drohte der SA mit heftigem Widerstand. Schließlich zog das Sprengkommando ab.

Kurz danach kamen erneut 40 Bewaffnete in die Rathaushalle und schleppten Kisten mit Munition in den Keller. Diesmal griff Plenge zu einer List: Er lotste die Männer in einen Luftschutzkeller und sperrte sie dort mit einem größeren Kontingent Schnaps und Wein ein. Als sie sturzbetrunken waren, konnte er sie überwältigen - und das Rathaus wurde nicht in Schutt und Asche gelegt.

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