Auswilderungsstation

Erstes Fledermaus-Zentrum eröffnet

Foto: Tierärztin Renate Keil mit Breitflügelfledermaus „Biene“ und Umweltdezernent Hans Mönninghoff.

Tierärztin Renate Keil mit Breitflügelfledermaus „Biene“ und Umweltdezernent Hans Mönninghoff.

Hannover. Unten proben Rockbands, oben haben ehrenamtliche Fledermausschützer des Bundes für Umwelt- und Naturschutz (BUND) in wochenlanger Arbeit die 160 Quadratmeter große Etage unter dem Dach von Schutt und Unrat gesäubert und zu Volieren umgebaut. "Ich hätte nie gedacht, dass sich dieses Gebäude als Auswilderungsstation für Fledermäuse eignen würde", freute sich Hannovers Umweltdezernent Hans Mönnighoff. Die Stadt stellt den Tierschützern die Räume in Eilenriedenähe kostenlos zur Verfügung.

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In den nächsten Monaten sollen weitere Räume zu einem Besucher- und Schulungszentrum ausgebaut werden, um dort Informationsveranstaltungen für Schulklassen, Bauherren, Architekten und Interessierte zu veranstalten. Wie die Tierärztin und Fledermausexpertin Renate Keil berichtet, mussten allein in den vergangenen sechs Wochen mehr als 80 Fledermäuse behandelt werden, die durch Baumfällungen, aber auch durch Fenster- und Balkonsanierungen verletzt worden waren. "Viele waren von Holzsplittern durchbohrt worden", sagt Keil. Wenn diese nicht schnellstens gezogen würden, drohten den Tieren entzündliche, meist tödliche Abszesse.

Die verletzten Tiere werden im neuen Fledermaus-Zentrum gesund gepflegt und anschließend dort wieder ausgewildert, wo sie gefunden worden waren. Eine Ausnahme bilden trächtige Fledermausweibchen, die aufgrund einer Verletzung im Bunker gepflegt werden müssen. Deren Junge sollen rund um den Welfenplatz das Jagen von Insekten erlernen und zu ihren Müttern zurückkehren können, um zu säugen. "Diese Jungtiere werden hier ausgewildert", erläutert Keil. Vom Gesundheitszustand der Muttertiere hänge es ab, ob sie ebenfalls wieder in Freiheit entlassen werden könnten.

Die Misburger Tierärztin hatte die Breitflügelfledermaus "Biene" mitgebracht, die als Jungtier schwer verletzt worden war und deshalb nie das Jagen erlernen konnte. "Biene" lebt inzwischen als Haustier bei der Tierärztin und wird mit Mehlwürmern gefüttert.

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In der Region Hannover sind 19 von 26 in Deutschland heimischen Fledermausarten registriert - vom Großen Abendsegler bis zur kleinen Wasserfledermaus. Für den Ausbau der Station benötigt der BUND Region Hannover weitere Spender. Auch Patenschaften für Pflegetiere können übernommen werden. Ausführliche Informationen gibt es unter der Rufnummer (0511) 660093, in Notfällen unter (0176) 63299383.

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