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Fake News macht Üstra zu schaffen

Die Satire haben viele Üstra-Nutzer bei dieser Meldung nicht erkannt.

Die Satire haben viele Üstra-Nutzer bei dieser Meldung nicht erkannt.

Hannover. Eine im Internet verbreitete Falschnachricht hat bei der Üstra zu einem ungewöhnlichen Schritt geführt. Weil es wegen der Falschmeldung bei dem Unternehmen zahlreiche Nachfragen gab, sah sich die Üstra gezwungen, das auf den eigenen Internetseiten wieder gerade zu rücken. Das Internetportal absolutewahrheit.de hatte unter anderem berichtet, dass für Kinderwagen bei der Üstra jetzt Fahrkarten nötig seien. Und damit zahlreiche Fahrgäste empört.

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Ziel von absolutewahrheit.de ist es nach Angaben von Seitenbetreiber Sascha Ende, Fake News zu bekämpfen. „Mir war bei Facebook aufgefallen, wie schnell und unkritisch Beiträge geteilt werden, bei denen es sich um Falschnachrichten handelt“, berichtet der 38-jährige Programmierer. Zum Beispiel von Impfgegnern, die von der ganzen Materie aber gar nichts verstünden. Und so habe er in den vergangenen Monaten viel Zeit damit verbracht, Nutzer von Facebook aufzuklären, was wirklich wahr ist, erläutert der Programmierer. Es würden ganz viele Verschwörungstheorien im Internet verbreitet. „Es gibt so viele Bereiche, wo Leute einfach so, ohne nachzudenken, etwas aus dem Internet teilen und damit verbreiten.“

Um nicht noch mehr Zeit zu investieren, kam er auf die Idee mit der eigenen Internetseite. Mit der Unterstützung von zwei Freunden verbreitet er dort „satirische Meldungen“ wie er selbst sagt. Es handele sich um Banalitäten, bei denen „eigentlich sofort auffallen müsste, dass es Unsinn ist“.

„Es geht mir um den Erziehungseffekt“

Im Fall der Üstra hat das offenbar nicht funktioniert, auch bei der HAZ fragten viele Üstra-Fahrgäste nach. In anderen „Meldungen“ berichtete das Internetportal unter anderem von Glühwein-Gutscheinen für Flüchtlinge in Hannover oder einem Verkaufsverbot für weiße Hundewelpen in diesem Winter. „Es geht mir um den Erziehungseffekt“, sagt Betreiber Ende. „Es nervt mich total, dass die Leute einfach etwas teilen, ohne zu recherchieren.“ Die Menschen seien viel zu empfänglich für Fake News. „Und es wird immer viel schlimmer“, betont er. Deshalb müsse etwas geschehen, Falschmeldungen könnten letztlich auch Wahlen beeinflussen.

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Dass es sich bei den Meldungen auf seiner Seite um „offensichtlichen Schwachsinn“ handele, müsste eigentlich sofort zu erkennen sein, betont der Programmierer. Für die, die es nicht begreifen, will er dann ein paar Wochen nach der jeweiligen Meldung auf der Internetseite über die Satiremeldung aufklären.

Und Ende ist begeistert, über den Erfolg seiner Seite. Schon nach drei Tagen hatte das Portal rund 4000 Besucher. Ob es allerdings funktioniert, Falschnachrichten mit Falschnachrichten zu bekämpfen ist zumindest zweifelhaft.

Von Mathias Klein

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