Barsinghausen

Förderschule: Geht der Betrieb zehn Jahre weiter?

Das Gebäude der Bert-Brecht-Schule ist sanierungsbedürftig und müsste für einen zehnjährigen Weiterbetrieb aufwendig brandschutztechnisch aufgerüstet werden.

Das Gebäude der Bert-Brecht-Schule ist sanierungsbedürftig und müsste für einen zehnjährigen Weiterbetrieb aufwendig brandschutztechnisch aufgerüstet werden.

Barsinghausen. Die Entscheidung über die Zukunft der Bert-Brecht-Förderschule (BBS) steht bevor: In seiner Sitzung am 26. April soll der Rat der Stadt darüber abstimmen, ob die Förderschule wie ursprünglich geplant ausläuft oder ob der Betrieb – so wie es die neue Landesregierung ermöglicht - für zehn Jahre fortgesetzt wird. Bisher sieht alles nach einem Fortbestand der Schule aus. Möglich sind in diesem Fall mehrere Szenarien: der Fortbestand im alten Schulgebäude, die Bildung von Lerngruppen an einer weiterführenden Schule oder die Zusammenlegung der Förderschule mit einer allgemeinbildenden Schule.

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Die Stadtverwaltung hält es für unmöglich, das alte, sanierungsbedürftige Schulgebäude an der Schulstraße noch weitere zehn Jahre zu nutzen. Aber auch die von der Verwaltung derzeit favorisierte Kooperation der Förderschule mit einer anderen Schule an deren Standort ist mit erheblichen Kostenrisiken verbunden.

Das im Februar geänderte Schulgesetz erlaubt den Schulträgern, die Förderschulen mit dem Schwerpunkt Lernen bis Juli 2028 wie bisher fortzuführen, sofern die Kommunen als Schulträger dies beantragen. Auch die Bildung von Lerngruppen in anderen Schulen ist im neuen Schulgesetz ausdrücklich als Möglichkeit genannt. Die Zeit drängt: Die Schulträger sollen die Anträge möglichst bis zum 30. April bei der Landesschulbehörde eingereicht haben.

Der Betrieb der Bert-Brecht-Schule im alten Gebäude ist nach Mitteilung der Verwaltung nur bis Ende 2021 möglich – für diesen Zeitraum gelten die Sondergenehmigungen, die die für den Brandschutz verantwortlichen Regionsbehörden der Stadt Barsinghausen erteilt haben. „Für eine weitere Nutzung müsste eine komplette Brandschutzsanierung ausgeführt werden“, heißt es in der Vorlage für den Rat. Und die wäre offenbar teuer: Schon 2009 hatte die Verwaltung dafür Kosten von rund 5,5 Millionen Euro ermittelt. Inzwischen seien dieselben Baumaßnahmen wegen der Kostensteigerungen aber schon mit mehr als zehn Millionen Euro zu kalkulieren, rechnet die Verwaltung vor.

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Auch die Unterbringung von Förderschul-Lerngruppen in anderen Schulen könnte allerdings kompliziert werden: Sowohl an der Lisa-Tetzner-Schule als auch an der Goetheschule gebe es derzeit keine Räume dafür. „Es müssten also zusätzlich neue Räume geschaffen werden“, erläutert die Verwaltung – gegebenenfalls übergangsweise in Containern. Die Experten der Stadtverwaltung verweisen auf pädagogische Vorteile und Synergieeffekte, die sich bei der Kooperation der BBS mit einer anderen Schule ergäben. Allerdings betont die Verwaltung, dass vor einer Entscheidung eigentlich erst das Ergebnis der ohnehin in Auftrag gegegebenen Wirtschaftlichkeitsbetrachtung zur Zukunft der weiterführenden Schulen in der Stadt vorliegen sollte. In der Ratsvorlage hält sich die Stadtverwaltung für den Fall exorbitant hoher Kosten eine Hintertür offen: „Sollte die Kostenermittlung eine im Verhältnis zur Schülerzahl unverantwortliche Belastung des Haushaltes ergeben, müsste gegebenfalls eine Auflösung der BBS zu einem späteren Zeitpunkt beschlossen werden“, heißt es darin.

Von Andreas Kannegießer

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